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 Imber Cinis

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Alra



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BeitragThema: Imber Cinis   So Jun 08, 2014 12:30 am

Imber Cinis ist die Stadt im Gebiet der 'Freien', die vom ehrenwerten
'Ereb' gegründet wurde, der natürlich der Avatar des Schöpfers ist!
Sie ist über die Jahre hinweg zu einer zentralen Handelsstadt herangewachsen
und ist zudem der einzige Ort, an dem Menschen, Elfen und Zwerge friedlich
zusammenleben. Das mag an der Adamantiummine liegen, die wieder eröffnet wurde
und von den Zwergen zur Suche nach Reichtum verwendet wird.
Im Zentrum der Stadt steht ein prächtiges Rathaus, von dem aus 'Ereb', wenn er
anwesend ist, die Geschicke der Stadt leitet.
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Alra



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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi Jun 18, 2014 3:51 pm

Das 'Rathaus', welches schon seit Jahrzehnten so weit ausgebaut wurde, dass es schon als kleiner Palast bezeichnet werden kann, ist in den frühen Morgenstunden noch wie ausgestorben. Weder Mensch, noch Zwerg, noch Elf sind auf den Beinen, denn es ist einfach noch zu früh für reges Treiben. Doch im obersten Stockwerk des marmornen Gebäudes ist tatsächlich schon jemand wach und aktiv. Um genau zu sein in einem der größeren Arbeitszimmer, die dem Herrscher der Stadt als Werk-/Wirkstätte für seine magischen Experimente dient.
Tarinax, der Gründer der Stadt Imber Cinis, steht dort an einer Bahre und betrachtet den menschlichen Körper, der darauf gebettet ist.  Auch wenn ein leichtes Laken die bloße Haut bis zu den Schultern verdeckt, kann man die weiblichen Rundungen darunter erahnen. Mit seinem Federkiel kitzelt er den Hals des vor ihm liegenden Körpers - und er zuckt leicht. Der Körper reagiert. Und endlich löst sich die angespannte Miene des experimentierenden Elfen - und macht einem erheiterten Lachen Raum.
Sie ist perfekt! Obwohl sie noch nicht beseelt ist, atmet sie und reagiert auf Reize! Endlich kann ich lebensfähige Körper schaffen!
Tarinax ist eine deutliche Last von den Schultern gefallen. Seit Wochen hat er sich in seiner Magiewerkstatt verbarrikadiert, um an den neuen Kräften, die seine Apotheose mit sich bringt, die Probe aufs Exempel zu machen. Einige Fehlschläge hat er bereits hinter sich und entfernt. Außerdem hat er an kleineren Lebensformen bereits entdeckt, dass die Erschaffung einer Seele kein großes Problem für ihn ist. Er muss nur einen klitzekleinen Teil seiner Seele abspalten und 'füllen' - vergrößern, verändern, damit ein eigenständiges Wesen mit freiem Willen entsteht. Dann muss er die Seele im Körper verankern, und schon hat er wahres Leben erschaffen.
Der Elf fährt sich mit einer Hand durch seine silbergraue Mähne und legt dann zwei Finger an jede Schläfe des Körpers vor ihm. Durch ruhiges Atmen und das Schließen seiner Seelenspiegel erlangt er einen Moment vollster Konzentration - und spaltet den 'göttlichen Funken' von sich ab. Bis hierhin ist auch noch alles in Ordnung. Aber in dem Moment, in dem das Formen beginnt, stellt er fest, dass irgendetwas anders ist als sonst. Irgendetwas verändert sich, und ER hat keinen Einfluss darauf. Sollte seine Arbeit nun doch umsonst sein?
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do Jun 19, 2014 2:35 pm

„Wo ist der Schleier hin?“, rief Akira entsetzt, während sie sich hektisch umsah. Vor ungefähr einer Stunde saß sie noch in Amethyrr, auf dem höchsten Berg, meditierend im wärmendem Rot der untergehenden Sonne. Sie wollte ebenso eine lebende Legende werden, wie die „Antiken“ es einst waren. Ihr Ziel war es, ihren Geist aus ihrem Körper heraus und in eine Zwielichtsphäre zu transportieren, in der Lumesehyr, ihr Drachen-Ego, hauste. Sie schaffte es auch, nach Jahren der Übung, endlich ihr Ziel zu erreichen. Von sich selbst gelöst entschwand sie den Sterblichen, ließ ihren Körper zurück, um für einige Zeit ihrem mächtigem anderem Ich gegenüber zu stehen- um die Welt unter sich zu sehen, die sie täglich überflog.
Jedoch brachte diese Reise viele Gefahren mit sich, die in keinem Buch vermerkt wurden. Somit war es Akira unbekannt, dass aus jener Sphäre viele verschiedene Schleier zurück hinaus führten. Jedoch... In gänzlich andere Welten, da diese Ebene, ähnlich wie das Abyss, eine Art Sammelpunkt der Geister war. Nur, dass man hier für gewöhnlich nicht reisen konnte, es sei denn man war äußerst Willensstark. So hatte die Sha'lou den schicksalshaften Fehler begannen, oder vielleicht wurde sie auch unterbewusst vom Schicksal selbst dorthin getragen, einen Schleier in eine ferne Welt zu durchschreiten. Dort angelangt, war sie nun als Geist in dieser Welt gefangen, ohne eine Chance auf Rückkehr.
„Du wirst einen anderen Weg finden müssen, Akira. Den Schleier wirst du so nicht wieder öffnen können.“, klärte Lumesehyr sie auf, der gedanklich mit ihr kommunizieren konnte. „Na wunderbar...“, murmelte die junge Frau und durchwanderte das neue Land. Sie konnte sich nicht einmal an den Ausblicken, die ihr geboten wurden, erfreuen. Ihr Bewusstsein drehte sich gänzlich um die Frage, wie sie wieder in die Ebene der Lebenden eintreten konnte.

Es verging eine Zeit und Akira merkte, dass ihr Lebensgeist immer mehr schwand. Würde sie nicht bald eine Lösung finden, würde sie ins Jenseits übertreten, ins Reich der Toten, wo sie ohnehin keinen Ausweg finden würde. Und dann geschah etwas, womit sie nicht hätte rechnen können. Erst ein leichtes ziehen, dann ein heftiger Schmerz durchfuhr ihren ganzen Körper, als würde etwas nach ihr verlangen. Diesem Zwang konnte sie sich nicht entziehen, wobei sie sich genau genommen nicht einmal wehren wollte, schließlich musste man vorwärts gehen, wenn man irgendwo enden wollte. Dem Ziehen folgten auf halben Wege leise Rufe, Geflüster, von mehreren Stimmen. Akira vermochte nicht zu sagen, ob sie sich unterhielten, oder stritten. Allerdings klangen sie dumpf, als wären sie nicht wirklich.
Endlich am Zielort angelangt, sah Akira völlig verwundert auf sich hinab. „Aber ich bin doch... Wie...“, stammelte sie, jedoch hörte sie ihre Worte bereits nicht mehr, denn der Elb, der sich über ihren Körper beugte, setzte ihre Seele gerade in ihren Körper ein.

Dunkel. Das war alles was sie wahrnahm. Sie erinnerte sich an alles, jedoch war dieser Körper gleichermaßen vertraut, als auch befremdlich. Diese Welt fühlte sich anders an, was auch die arkanen und elementaren Magieströme betraf, die sie gewöhnt war. Die Tatsache, dass sie sich bewusst war, in einer anderen Welt zu sein, machte es nicht gerade besser. Stirnrunzelnd schlug sie die Augen auf und sah den Elb vor sich eine gefühlte Ewigkeit an, dachte nicht mal daran, etwas zu sagen. Sie glaubte, ihr Körper würde dies gerade ohnehin nicht zulassen.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Jun 20, 2014 3:32 am

Schnell tritt Tarinax eine Möglichkeit in den Sinn, welche diese seltsamen Störungen im leeren Raum erklären könnte. Gut, es sind sogar mehrere Möglichkeiten. Eine davon wäre, dass er den göttlichen Seelensplitter nicht gleichmäßig genug geformt hat - dann gerät das Wachstum schnell außer Kontrolle und ihm bleibt nichts übrig, als sein Experiment zu vernichten. Diesen Gedanken verwirft er aber schnell wieder - diesmal hat er alles richtig gemacht. Immerhin hat er dafür sehr hart... Trainiert. Die Wochen der Arbeit haben nicht umsonst ihre Spuren an dem Elfen hinterlassen; der Ansatz dunkler Schatten unter seinen Augen ist bereits deutlich zu erkennen. Auch wirkt er ausgezehrt, als hätte er in letzter Zeit häufiger eine kräftige Mahlzeit zugunsten seiner Expermente stehengelassen. Das Ergebnis ist ein Körper, der selbst für seine ohnehin zarte und leichte Rasse eine Spur zu dünn wirkt. Trotzdem befindet er sich in Hochstimmung - manche Sachen lassen sich einfach mit nichts im Leben aufwiegen!

In diesem größtenteils leeren Teil des Abyss, den er als "Brutstätte" für seine Seelen verwendet, muss sich irgendetwas hinverirrt haben. Deswegen dieses merkwürdige Gefühl, als er sich an sein Werk begeben hat - ein Fremdkörper, der ihn kurz gestört hat. Er ahnt natürlich nicht, dass dieser 'Fremdkörper' längst Teil seiner Welt geworden ist; welch Schande. Vielleicht hätte er es sich dann anders überlegt und diese Seele nicht nach Darka überführt? Nun tut er jedoch genau das und nutzt die ganz feine Verbindung, die er selbst noch zu der Seele hat, um sie in die für sie bereitliegende Hülle zu lotsen. Damit vollendet er den letzten Schritt zu wahrem, unabhängigem Leben.

Tarinax nimmt seine Finger von den Schläfen der Frau und richtet sich auf, nahtlos in ein ausgiebiges Strecken übergehend. Ein flüchtiger Blick zum Fenster verrät ihm, dass die Sonne am Horizont schon die ersten, zaghaften Lebenszeichen von sich gibt. Ganz so wie seine Schöpfung - denn als die Frau die Augen öffnet und er ein echtes Bewusstsein in den Seelenspiegeln sieht, erkennt er, dass sich die Mühe gelohnt hat. Ganz langsam bahnt sich ein stolzer Ausdruck in sein Gesicht und verzieht seine Lippen zu einem Lächeln. Dieser Blick, dieses stolze Lächeln, ist dem Blick eines Vaters, der seinen Spross zum ersten Mal im Arm hält, nicht unähnlich. Und ist er das nicht irgendwie jetzt? Ein Vater?

Nach ein paar Augenblicken des beidseitigen Schweigens beschließt Tarinax, die Stille zu durchbrechen. Noch immer lächelnd versucht er sich an der ersten Kontaktaufnahme - mit Wörtern und Handzeichen. Erst versucht er es mit der Handelssprache Darkas, die fast überall gesprochen wird. Dann mit der Sprache, die das Volk der Freien spricht, und arbeitet sich durch die anderen Sprachen dieser Welt. Dabei vollführt er immer die selben Bewegungen. Erst zeigt er auf die Frau, dann auf sich, und dann hält er seine Hand an seine Ohrmuschel. Immer wieder neu beim Wechsel der Sprache. Und alleine der Vollständigkeit halber, weniger aus Überzeugung, versucht er es auch in der Handelssprache seiner Heimat. Schließlich ist er selbst vor vielen, vielen Jahren hier 'gestrandet'.

"Kannst du mich hören? Kannst du mich verstehen? Wenn du mich verstehst, blinzle dreimal schnell."
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Jun 20, 2014 1:01 pm

Stumm, aber aufmerksam, beobachtete Akira das Vorgehen des Elben. Sie verstand nichts von dem, was er sagte, konnte die Gestik allerdings sehr wohl deuten. Ihre Mundwinkel zuckten, als er die selbe Gestik, mit jedem Mal einer anderen Sprache zugehörig, wiederholte. Obgleich die Situation nicht merkwürdiger und ernster hätte sein können, amüsierte sie sein Verhalten. Das Zucken erstarb erst, als er tatsächlich die Handelssprache benutzte, die selbst in Amethyrr genutzt und von jeder intelligenten Rasse gelernt wurde. Zu gerne hätte die junge Frau nun geantwortet, geredet wie ein Wasserfall. Schließlich gab es so viel, was sie hätte sagen wollen, wo er nun einen Nenner offenbart hatte, wie sie mit ihm kommunizieren konnte. Jedoch blieb jeder Versuch den Mund zu öffnen und Worte zu bilden vergebens. Der Körper gehorchte ihr bei weitem noch nicht so, wie sie es wollte. So blieb ihr im Moment nichts anderes übrig, als auf seine simple Anweisung zu reagieren und blinzelte drei Mal. Beim dritten Mal jedoch ließ sie die Augen geschlossen und atmete tief ein. Diese Lähmung machte sie unruhig. Wie lange würde es wohl dauern, die Nerven dieses Körpers unter Kontrolle zu bringen? Sie konzentrierte sich, versuchte jeden vorhanden Muskel anzuspannen, um testen zu können, wie weit sie gehen könnte, wenn der Körper zu Kräften käme.
Erst als sie ein für sich zufriedenes Ergebnis feststellte, atmete sie langsam aus und öffnete die Augen wieder.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Jun 20, 2014 8:25 pm

Tarinax lässt es sich vielleicht nicht anmerken, aber mit jeder Sprache, die keine zufriedenstellende Antwort hervorruft, steigt seine Frustration und gleichzeitig seine Faszination. Wenn keine der Sprachen Darkas fruchten sollte, könnte es sich zu einem riesigen Problem aufbauschen; wie soll er einer körperlich erwachsenen Frau - wie es um den Geist bestellt ist, vermag er noch nicht zu beurteilen - beibringen, zu leben, wenn sie nicht oder nur sehr schwer miteinander kommunizieren können? Auch deshalb atmet er stoßweise erleichtert aus, als sie auf seine eigene Heimatsprache reagiert. Damit hätte er niemals ernsthaft gerechnet! Gleichzeitig wirft es aber die leise Vermutung in den Raum, dass doch um einiges mehr schiefgegangen ist als gedacht... Nun! Sie kann noch nicht antworten, ihn aber immerhin verstehen. Und er ist dankbar dafür!
Wieder lächelt er ihr entgegen und entschließt sich, jetzt ja wissend, dass sie ihn verstehen kann, dazu, ihr ein paar Dinge zu erklären.

"Ich habe diesen Körper erst vor Kurzem für dich erschaffen, und es ist gewiss nicht leicht, ihn zu kontrollieren. Deshalb müssen wir ihn strecken und dehnen, um ihn deinem Willen gegenüber empfänglicher zu machen. " Aus seinem Lächeln wird einen Lidschlag lang ein schelmisches Grinsen, als würde er sich über einen ganz eigenen Witz amüsieren. "Ich werde bei den Füßen anfangen und mich langsam nach oben arbeiten. Wenn du die gedehnten Körperteile dann selbst bewegen kannst, dann bitte ich dich darum, es deutlich zu tun. Wenn nicht, dann nicht. Wir haben Zeit."

Er wirft seiner Schöpfung noch einen ermunternden Blick zu, bevor er das dünne Laken auf der Bahre unter ihren Füßen hervor- und bis zu den Knien nach oben hin wegzieht. Ein in der Nähe stehender Stuhl wird ans Fußende umgestellt, damit der Elf sich setzen kann. Und dann beginnt er, der Frau die Fußsohlen zu massieren und die Zehen zu bewegen. Irgendwie muss er ja anfangen, und das erschien ihm... Logisch.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Sa Jun 21, 2014 10:10 am

Hörte sie gerade richtig? Oder spielte ihr Gehört einen Streich? Wie konnte der Elb einen Körper für sie schaffen, der aussah wie sie selbst, ohne zu wissen, wer sie war? Und das tat er gewiss nicht. Oder doch? Haben letztlich die Moiren ihre Finger im Spiel gehabt und gewollt, dass sie hier her kam? Und wer war dieser Elb überhaupt, dass er in der Lage war, so etwas überhaupt zu schaffen? Das Kreieren von Leben war auf Amethyrr verboten, dunkelste Magie, da es noch niemandem gelang, ein solches Werk zu vollenden. Leichenflicker waren es zudem, die vorhandenes veränderten und neu zusammen setzten. Er jedoch sprach, als hätte er diesen Körper aus dem Nichts geschaffen.
Durch ihre Gedankengänge völlig abgelenkt hörte sie den Rest von dem, was der Elb von sich gab, bereits nicht mehr. Erst, als er das Laken langsam zurück zog und begann ihre Füße zu massieren lenkte sie ihrer Aufmerksamkeit wieder auf die Geschehnisse außerhalb ihres Geistes. Instinktiv versuchte sie die Füße wegzuziehen, was sich jedoch nur als Zucken bemerkbar machte. Verflucht sei ein neu geschaffener Körper. Sie musste die Kontrolle schnell erlangen, sehr schnell.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mo Jun 23, 2014 6:23 pm

Ein leises, beruhigendes Summen kommt dem Hünen über die Lippen, als er sich an die Arbeit macht. Unter seinen langen, spinnenbeinhaften Fingern lockern sich die Muskeln, die, da sie nie großartig bewegt wurden, völlig verhärtet und steif gewesen sind. Gleichwohl spürt er aber das Zucken, welches wohl die leider noch jämmerlichen Versuche seiner Schöpfung darstellen, sich zu bewegen. Obwohl diese Signale noch schwach sind, sind sie mehr, als er überhaupt erwartet hat!

"Das du überhaupt Bewegung zeigst, ist ein sehr gutes Zeichen, Kleines."

Er beisst sich leicht auf die Zunge. Genau darüber stolpert er in Gedanken ständig. Wie sollte er sie nennen? Sollte er ihr einen Namen geben? Oder gleich anfangen, sie wie eines der Kinder zu behandeln, die ihm nie vergönnt waren? Schließlich hat er sie erschaffen, ebenso, wie der Schöpfer und die Nebelgötter ihr Volk erschaffen haben und sie häufig dabei beobachtet werden, ihre Jünger 'väterlich' zu behandeln. Gut, außer vielleicht 'Marduk In'. Aber er ist ein völlig anderes Blatt...

Gemächlich wandern seine Finger weiter hoch, dehnen und kneten gewissenhaft die Unter- und Oberschenkel. Pietätvoll lässt er manche Stellen aus, um ein Unwohlsein - ein größeres Unwohlsein als das, welches er ohnehin spürt - gar nicht erst aufkommen zu lassen. Stattdessen setzt er sich seitlich auf die Bahre und beginnt das selbe Spiel nun mit den Händen und Armen.

"Ich kann mir vorstellen, dass du es hasst, dich kaum bewegen zu können. Aber versuch es weiter mit den Beinen - es dürfte dir jetzt leichter fallen -, und wenn ich hier oben fertig bin, versuchen wir einmal, uns hinzusetzen. In Ordnung?"

Er kann das warme Lächeln, welches seine Lippen umspielt, einfach nicht unterdrücken. Verflucht sei dieser väterliche Stolz!, schießt es ihm durch den Kopf, als er die Seite wechselt und nun ihren rechten Arm traktiert, statt wie gerade den linken.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Di Jun 24, 2014 8:55 pm

Er nannte sie tatsächlich „Kleines“. Und das, obwohl sie nach menschlichem Alter doch zumindest das Erwachsenenalter leicht überschritten hatte, was diesen Umstand ziemlich amüsant machte. Diesmal schaffte es ihr Körper, ihre Heiterkeit mit einem leichtem Grinsen deutlich zu machen, was sich nur vom Spott in ihren Augen abhob. Er wusste ja noch nicht, dass seine Schöpfung weder neu, noch jung war, wie er sich wohl erhoffte. Bis sie die Sprache wieder fand und sich bewegen konnte, musste sie sich wahrhaftig überlegen, ob sie dieses Szenario mitspielen wollte, oder ob sie den armen Elben letzten Endes enttäuschen wollte. Jedoch blieb diese Entscheidung noch etwas im Raume stehen, noch musste sie sich an die Tatsache gewöhnen, von einem gänzlich Fremden, in einer gänzlich fremden Welt massiert zu werden, da sie irgendwie doch in einem gänzlich fremdem Körper steckte.
Allerdings machten ihre traurigen Versuche der Selbstkontrolle langsam erste Erfolge sichtbar: Neben der Arbeit des Elben, spannte Akira von selbst jeden erreichbaren Muskel an, wodurch sie tatsächlich die Zehen bewegen konnte, auch wenn noch etwas steif. Nur das Gewicht ihres Beines wollten ihre Muskeln noch nicht gänzlich tragen, sie blieben schwer wie Blei auf der Trage liegen. Zumindest allerdings funktionierte das Nervensystem wieder einwandfrei, es fühlte sich nicht mehr taub an, wo geknetet wurde. So blieb es allerdings nicht aus, dass sie sich schwer beherrschen musste, keine zusätzliche Farbe im Gesicht zu bekommen, obgleich sich der Elb viel Mühe gab, ihr die Prozedur nicht allzu unangenehm zu gestalten.
Auf seine Frage hin blinzelte sie letztlich erneut, in der Hoffnung, er würde hinsehen. Schließlich war dies gerade immer noch ihre einzige Möglichkeit, um klar zu machen, dass sie seinen Worten zustimmte.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi Jun 25, 2014 7:23 am

Tarinax beschließt, seine Sorgen mit der Anrede geschickt wegzurationalisieren. Schließlich ist er derjenige, der oft den Kopf einziehen muss, um nicht mit dem Türrahmen zusammenzustoßen. Also wird er sie weiterhin "Kleines" nennen, egal, welche merkwürdigen Assoziationen dies wecken könnte.
Der Hüne gibt sich trotz allem weiterhin größte Mühe, vorsichtig, aber bestimmt ihre Muskeln zur Bewegung zu überreden. Gleichwohl erfordert diese Arbeit nicht dauernd Augenkontakt mit der zu traktierenden Stelle, weshalb er immer wieder hoch in das Gesicht seiner Schöpfung blickt, um ihre Reaktion und ihren Zustand einzuschätzen. Und er blickt hinunter an ihre Füße, die er leicht zappeln sieht - auch ohne sein Zutun. Ein erster Achtungserfolg. Das spöttische Grinsen übersieht er allerdings.
Stattdessen wird ihm die Zustimmung gewahr und er nickt noch einmal, um zu signalisieren, dass er verstanden hat. Auch den zweiten Arm hat er bereits fertigmassiert und er steht nun auf, da er jetzt nicht mehr viel mehr tun kann. Zumindest nicht so. Tarinax lässt die Schultern kreisen und nähert sich der Bahre dann wieder. Einen Arm schiebt er unter ihre Kniekehlen; der andere schlüpft unter ihren Armen hindurch und umkreist ihre Schulter. Das dünne Laken zieht er dabei automatisch mit, damit es gleich nicht herabrutscht. Dann hebt er sie einfach hoch, setzt sich auf die Bahre und setzt sie neben sich wieder ab. Den Arm um die Kniekehle zieht er wieder zu sich, aber er hält sie weiter um die Schulter herum fest, damit sie weder nach vorne, noch nach hinten hin wegkippen kann.

"Mir fällt gerade ein... Ich könnte die Sache beschleunigen. Deine Muskeln sanft zur Mitarbeit zu überreden ist zwar vielleicht angenehm, wird aber im schlimmsten Fall noch ein paar Wochen dauern. Ich habe allerdings eine Idee, mit der du innerhalb von zehn Minuten schon stehen und vielleicht sogar gehen kannst, wenn ich dich stütze. Sprechen vielleicht auch. Interessiert?"

Nun ist es an Tarinax, leicht zu grinsen. Er hat nicht vor, ihr mehr dazu zu sagen - schließlich könnte sie ablehnen. Dann bräuchte er sich die Mühe gar nicht erst zu machen... Außerdem sollte jeder wissen, dass die kurzen Wege immer die schwierigsten sind.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do Jun 26, 2014 9:47 pm

Akira zog die Augen forschend zu Schlitzen zusammen. Sein Grinsen gefiel ihr nicht, schätzungsweise mit Recht. Sie konnte ihm keine Frage stellen, was er sehr wohl wusste und vielleicht auch genoss. Jedoch war sie neugierig, was für eine Alternative der Elb anzubieten hatte. Allein die Tatsache, dass sie möglichst bald wieder voll agieren wolllte, schließlich wollte sie einen Weg zurück in ihre Welt finden, so würde eine schnellere Methode ohne Umschweife genutzt werden müssen. Denn... Mehrere Wochen waren bereits eine sehr lange Zeit, die man besser nutzen könnte. Na gut, um genau zu sein war Zeit für Akira ohnehin relativ, schließlich war sie als Sha'lou weniger Sterblich und bezieht ihre Lebenskraft aus dem Quell der Drachen, was sie zumindest wesentlich älter werden ließ, als einen gewöhnlichen Menschen.
Sie entschloss sich erneut zu blinzeln. Durch seine stützende Haltung gelang es ihr schließlich bereits zu sitzen, auch wenn die eigenen Muskeln ihr den Dienst eindeutig verwehren würden- sie saß zumindest nicht gänzlich wie ein nasser Sack Kartoffeln dort.
Außerdem.. Wollte sie endlich wieder Kleidung am Körper haben.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Jun 27, 2014 4:52 pm

Tarinax hat das Glück, ein guter Freund von Salias zu sein. Der Gott des Schmiedegottes, den die Freien anbeten, ist ewig-sterblich, ähnlich wie er. Das heißt, er wird, wenn er stirbt, sofort in einem anderen Körper wiedergeboren. Sein göttliches Bewusstsein kehrt dann nach einiger Zeit zu ihm zurück - Salias hat diese Form der Unsterblichkeit gewählt, um ein besseres Verständnis zu den Rassen in Darka aufzubauen. Einmal wurde er jedoch als Nekromant wiedergeboren, der scheinbar grenzenlose Macht besessen hat. In einer Zeit des Schreckens entstanden die Mardukianer, aber auch eine Horde von Untoten überschwemmte das Land.
Und an die Art und Weise, wie der "Leichner" jene zur Bewegung gebracht hat, muss er gerade denken.
Der Elf reibt sich immer noch grinsend die Nase. Seine Schöpfung hat genickt - also hat er freie Bahn. Er steht wieder auf und verlagert das Gewicht der Frau behutsam, sodass sie, ohne sich anzustoßen, wieder in eine liegende Position gerät. Dann klatscht er in die Hände. Zwei unscheinbare Sphären erscheinen neben ihm, die ein unruhiges, flackerndes Licht abgeben.

"Jeder Totenbeschwörer wird dir sagen können, dass durch den Körper eine Art Energie fliesst, die denen eines Blitzes sehr ähnelt. Durch diese Energie bewegen wir unter anderem unsere Muskeln oder reagieren auf Schmerzreize. Die Tatsache, dass sie einem Blitz ähnelt, können wir uns zu Nutze machen. Kontrollierte 'Stromstöße' werden sämtliche Muskeln in deinem Körper dazu bringen, sich sehr schnell zu bewegen. Auch jene, an die ich mit meinen Händen nicht herankomme. Aber du musst keine Angst haben, Kleines. Es wird nicht wehtun."

Aber es könnte gegen Ende unangenehm werden, denn er wird sie mehrere Minuten lang traktieren müssen. Für einen kurzen, sehr kurzen Moment schießt ihm der Gedanke durch den Kopf, dass sie gar kein Zeichen für Ablehnung festgelegt haben. Ihm fällt aber ein, dass ein solches vorallem jetzt nur hinderlich wäre. Stattdessen legt er ein entschuldigendes Lächeln auf und deutet mit beiden Fingern auf verschiedene Regionen ihres Körpers. "Blitzsphären.", sagt er leise. Dort, wo seine Finger hingedeutet haben, schießen wiederholt schwache Blitze aus den kugelartigen Objekten, die er erschaffen hat. Und er deutet immer wieder auf andere Stellen, und immer wieder schlagen sie in ihr ein - aber der Beweis für die mangelnde Stärke hinter den Blitzen ist die, dass ihre Haut an den Eintrittstellen nicht verbrennt, so, wie sie es bei einem Gewitter machen würde.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mo Jun 30, 2014 9:54 pm

Allmählich kam sich Akira etwas verarscht vor. Glaubte er wirklich, dass sie keine Ahnung davon hatte? Er wusste wohl wirklich nicht, wessen Seele er dort eingepflanzt hatte, sonst hätte er sicher keinen Atem für derlei Erklärungen verschwendet. Wieder musste sie grinsen. Und da sie wusste, dass er nicht ahnen konnte, dass sie über ihn Grinsen musste, wurde ihr Grinsen breiter. So war ihr gegenüber also ein Elb, der Gott spielte und nur halb so viel wusste, wie er sollte. Ein Anfänger also. Die Art, wie er die Stromstöße in ihren Körper lenkte, sprachen zusätzlich dafür: Die Blitze suchten sich gezielt die Stellen, die der Magier anordnete, was zugegeben sehr präzise von statten ging. Jedoch blieben die Stöße selten nur so lange wie sie brauchten, was sie gelegentlich als Piksen wahrnahm. Wäre sie nun ein Mensch, wie jeder andere, würde sie ihm seine Methode sicher hinterher rügen- jedoch war Akira anders. Die genoss diese Unannehmlichkeiten regelrecht, schließlich waren sie der besten Beweis, dass sie wieder in einem Körper steckte, der aus mehr als Seelenenergie bestand.
Sie beschloss die restliche Behandlung über die Augen zu schließen, was für den Elb die einzig richtige Schlussfolgerung offen ließ: Sie hatte keine Einwände gegen sein Vorgehen, auch jetzt nicht, wo sie merkte, dass er noch kein Meister seines Fachs war. Sicher würde er dafür dankbar sein, so wie er sich ihr gegenüber bisher verhalten hatte.
Während die Impulse also weiter durch ihren Körper strömten, bewegte sie rhythmisch, zu den ausgesandten Wellen, ihre Muskeln, um sie endgültig unter Kontrolle zu bringen. Und tatsächlich fühlte sich ihr Körper langsam aber sicher nicht mehr einfach wie ein Sack Blei an, sondern begann ihr zu gehorchen. Jedoch wagte sie nicht sich gänzlich zu rühren, biss der Elb erneut das Wort erhob und die Behandlung für Beendet erklärte.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Di Jul 01, 2014 5:40 pm

Tatsächlich liegt Akira mit ihren Gedanken nahe bei der Wahrheit. Tarinax hat seine eigene Apotheose, seine eigene Gottwerdung, erst vor wenigen Jahren vollzogen. Dieser Vorgang hinterliess ihn so erschöpft, dass er sich zurückzog, um sich zu sammeln und sich an die völlig neue Art der Existenz - der Existenz in mehreren Bewusstseinssphären - zu gewöhnen. Vor fünf, höchstens sechs Monaten ist er plötzlich in Imber Cinis aufgetaucht, und seitdem...
Der Hüne schüttelt sachte den Kopf, als wolle er unangenehme Gedanken aus seinem Geist verscheuchen, und konzentriert sich wieder auf seine jetzige Aufgabe - seine Schöpfung zu elektrisieren. Wieder und wieder und wieder werden antriebslose Muskeln durch die gezielten Blitze dazu überredet, sich doch endlich zu bewegen - und das tun sie auch, wenn auch noch widerstrebend. Da Akira aber - nach dem ihm unverständlichen Grinsen - die Augen schließt, anstatt ihn verärgert anzustarren, scheint er zumindest etwas richtig zu machen.
Eine kleine Weile fährt er mit diesen einzelnen, gezielten Blitzchen fort, aber seine Strategie verändert sich schon bald. Als der Elf seine Hände spreizt und etwas anhebt, verästeln sich die Blitze und breiten sich über den Körper seiner Schöpfung aus, den Hals und das Gesicht allerdings auslassend. Gleichzeitig beginnen diese Verästelungen zu pulsieren, erst langsam, dann immer schneller. Statt einzelner, gezielter Blitze verwendet er also viele in sehr schneller Wiederholung, um so weitere Muskelkontraktionen zu provozieren.
Während er dieses Schauspiel ebenfalls ein paar Minuten andauern lässt, konzentriert sich ein Teil der Elektrizität um seine eigenen langen Hände. Plötzlich stößt er ein leises Zischen aus. Die beschworenen Blitzsphären flackern und lösen sich auf - und er tritt näher an die marmorne Bahre. Langsam beugt er sich vor und umfasst fast schon zärtlich das Gesicht der jungen Frau - die Handflächen ragen dabei bis zu der Stelle herunter, an der bei ihm der Adamsapfel sitzt.

"Das könnte jetzt etwas wehtun, Kleines. Aber anschließend wirst du dich sicher ausgelassen darüber beschweren können."

Doch obwohl Tarinax jetzt all die Energie in seinen Händen in ihre Muskeln entlädt, die den Stimmapparat und die Mimik steuern - und damit am Wichtigsten für die weitere Kommunikation sind -, und obwohl er ihr wissentlich den nötigen Schmerz zufügt, lässt er den Blick einfach weiter auf seinem Werk ruhen. Unbeirrt, auch als er die Hände wieder wegnimmt und die Blitze allein arbeiten lässt - und ebenso, als die Energie aufgebraucht und damit die Blitzfolter beendet ist. Er geht lediglich zwei Schritte zurück und verschränkt die Hände hinter dem Rücken.

"Du dürftest deinen Körper nun zumindest eingeschränkt kontrollieren können. Wir werden die restlichen Schwächen durch aktives Training ausmerzen müssen.", sagt er leise, aber deutlich.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Di Jul 01, 2014 10:25 pm

Auch dann, als Akira unvorbereitet die Hände des Elben auf ihrem Gesicht spürte, hielt sie die Augen stets geschlossen. Sie zuckte nicht einmal, denn durch die gleichmäßige Bewegung schaffte sie es, sich in einen Zustand der tiefen Konzentration zu versetzen, wodurch sie die nun doch auftretenden Schmerzen ausblenden konnte. Zugegeben, sie war derartige Schmerzen ohnehin gewöhnt, denn Daheim hatte sie viele Schlachten zu schlagen, was sie auch gegen einen besonders bösartigen Blitzelementar trieb. Jedoch war dieser Körper diese Form von Schmerz nicht gewohnt, was die Sache wieder anders aussehen ließ.
Nun, wo der Elb endlich von ihr abließ und ihr offenbarte, dass er seine Behandlung wohl beendet hatte, atmete sie einmal tief ein und öffnete erneut die Augen. Zu erst die Hände zu Fäusten ballen, dann die Füße kreisen lassen- es funktionierte, auch wenn sie sich noch etwas schwach fühlte. Aber das war schon in Ordnung. Erleichtert atmete sie aus, fasste sich mit einer Hand an den Hals und räusperte sich, um zu testen, ob sie tatsächlich Töne von sich geben konnte. Schließlich wollte sie sich nicht blamieren, indem sie versuchte zu Sprechen und es nicht schaffte. Irgendwie erwartet, funktionierte auch dies hervorragend, was sie ermutigte, sich langsam, die Hand stets am weißten Tuch um sich bedeckt zu wissen, aufzusetzen und ihren „Schöpfer“ anzusehen. Zumindest ihren Körper in dieser Welt hatte scheinbar schließlich er selbst erschaffen, was ihrer Logik nach dieses Wort logisch erscheinen ließ.

„Danke, Großer.“

Das und ein schelmisches Grinsen war das einzige, was sie laut aussprach. Zu ihrem Glück hatte sie ihre eigene Stimme behalten, auch wenn sie noch leicht heiser klang. Hätte sie die Stimme einer Fremden erhalten, wären die ersten Wochen ein Graus für sie gewesen.
Sie sah Tarinax neugierig und erwartungsvoll an, wie er wohl auf ihren Spitznamen für ihn reagieren würde. Sie hatte sich dazu entschlossen, nachdem er sie tatsächlich zum dritten Mal Kleines genannt hatte. Nun dachte sie, legte sie es sogleich darauf an und drehte den Spieß um. Ob er wohl mit Humor umgehen konnte? Für jede andere Förmlichkeit und Erklärung blieb genug Zeit.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi Jul 02, 2014 1:59 am

Jetzt, wo Tarinax vor einer Art Konfrontation mit seiner Schöpfung steht, wächst auch die Anspannung in ihm. Er gibt sich größte Mühe, sich nichts anmerken zu lassen, aber er kann nicht verhindern, dass seine Augen unruhig umherflackern, um möglichst jede der kontrollierten Bewegungen, die Akira ausprobiert, auch einzufangen. Seine spitz zulaufenden Ohren zucken leicht, als er das Räuspern vernimmt - also scheint dort auch alles in Ordnung zu sein. Schon vorher hat sie unter Beweis gestellt, dass sie ihn versteht - und das ist der Hauptgrund für seine Anspannung. Es war schließlich nie geplant, dass seine Schöpfung keine Sprache aus Darka, sondern ausgerechnet seine eigene Muttersprache versteht, die in Imber Cinis bestenfalls eine Handvoll Bewohner spricht! Irgendetwas ist verdammt schief gelaufen und er kann nicht abschätzen, welche Folgen das nun haben könnte.
Genau deshalb entgleitet ihm sein vorsichtiges, einladendes Lächeln, während sie sich aufsetzt, und verwandelt sich in eine Mischung aus verkniffener Grimasse und augenscheinlicher Neugierde. Und mit ebenjenem Ausdruck im Gesicht erwidert er den Blick der Frau schweigend - und versucht, sich zu wappnen. Schimpfkanonade? Oder das genaue Gegenteil - das gänzliche Fehlen von Temperament, von einem wirklichen Bewusstsein? Nein, Letzteres ist unmöglich, sonst wäre die Kommunikation viel schwieriger gewesen.
Die zwei Worte, die sie schließlich grienend an ihn richtet, hätte der Elf allerdings wirklich nicht erwartet - und das sieht man ihm an. Für einen langen Moment steht ihm das Erstaunen ins Gesicht geschrieben... Und dann lacht er einfach drauflos. So... Simpel! Dieser kurze Satz hat viele seiner Befürchtungen weggefegt, und er spürt, wie eine Welle der Erleichterung über ihn hereinbricht. So braucht er einen kurzen Moment, bevor er selbst antworten kann.

"Du musst mir nicht danken, Kleines." Er betont das letzte Wort deutlich und gluckst leise. "Es war eine Selbstverständlichkeit."

Tarinax steht allerdings vor einem weiteren Problem. Seine Schöpfung wirft ihm große Rätsel auf und in seinem Kopf schwirren so viele Fragen herum, die er am Liebsten sofort stellen würde. Aber es ist sinnvoll und nötig, mit den einfachen Sachen anzufangen. Wie zum Beispiel die Namen!

"Ich bin Tarinax Arcanum. Tarinax genügt allerdings völlig. Wie möchtest du genannt werden?"

Der Elf neigt den Kopf leicht zur Seite und blickt seine Schöpfung neugierig an. Sie hat schon mit genug Überraschungen aufgewartet, also würde es ihn nicht wundern, wenn sie auch in dieser Hinsicht bereits geprägt ist. Dabei hat er sich schon vor Tagen den Kopf nach weiblichen Namen zermartert - diese Mühe wäre in dem Fall umsonst.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do Jul 10, 2014 1:34 pm

"Akira Alvar der Name. Freut mich,dich kennen zu lernen, Tarinax.", erklärte Akira völlig selbstverständlich und neigte den Kopf ein wenig zur Begrüßung, so wie sie es aus gutem Hause gewohnt war. Dann überlegte sie jedoch einen Augenblick.

"Wenn du mir allerdings einen anderen Namen geben möchtest, nur zu."

Sie grinste schelmisch. Sie war in einer fremden Welt, im Prinzip eine Inkarnation ihrer selbst. Warum also sollte sie in dieser Welt nicht schlicht in eine andere Rolle "hineinwachsen", wie es im Normalfall auch üblich war? Ihre Neugierde war schließlich grenzenlos, obgleich sie natürlich auch einen Heimweg finden wollte. Die Chance, sich diese Welt genau einzuprägen und aus ihr zu lernen, wollte sie sich allerdings keinesfalls entgehen lassen. So entschied sie sich dafür, sich erst einmal einzuordnen und ihre Rolle zu spielen. Schließlich war nur ihre Seele alt, der Rest war, mehr oder minder, neu und sie fing bei 0 an.
In ihren Augen spiegelte sich der pure Abenteuergeist wieder und verdrängte nun, wo sie sich selbst unter Kontrolle hatte und das erste Eis scheinbar gebrochen wurde, ihre anfängliche Sorge die ihrer Situation zu Grunde lag, völlig. Sie mochte ihren Geist zwar alt nennen, jedoch war sie nunmehr wie ein Kind, dass man zum ersten Mal mit in den Wald nahm und auf Entdeckungstour gehen durfte.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Jul 11, 2014 4:04 am

Tarinax wird wieder einmal in seiner Vermutung bestätigt - sie hat tatsächlich schon einen Namen! Man könnte fast meinen, er hätte in der Erschaffung der Seele versagt und lediglich jemand anderes hereingezogen. So funktioniert das Abyss aber nicht. Erst recht nicht der Punkt im Abyss, den er für seine Experimente benutzt. Er hat zwar kein Problem mit Bartstoppeln, da sein Gesicht frei von Behaarung ist, aber er kratzt sich trotzdem am Kinn. Einfach aus Gewohnheit, um dieser für ihn völlig verrückten Situation besser Herr zu werden.
"Ich habe lange über einen Namen nachgedacht, aber mir ist kein guter Name für dich in den Sinn gekommen. Schwer, ohne zu wissen, wie derjenige einmal sein wird.
Die Freude liegt allerdings ganz meinerseits... Akira.
"
Er lächelt Akira offenherzig an und lässt einen langen Moment verstreichen, in dem er einfach nur schaut. Vielleicht hat er einfach nur keine Ahnung, wo er anfangen soll. Noch immer türmen sich ihm die Fragen auf... Aber er kann sich vorstellen, dass er damit nicht alleine ist.
Der Elf macht also eine ausladende Armbewegung und zeigt Akira seinen Arbeitsraum, der... Nicht der aufgeräumteste ist. An der gesamten Länge einer Wand ist eine stark in Mitleidenschaft gezogene Arbeitsfläche befestigt. Brandflecken, Einkerbungen wie von Waffen, und hier und da glitzert das Holz sogar. Und darüber verteilt ein Sammelsurium an Werkzeug, vom einfachen Hammer bishin zu filigranen Gebilden, deren Zweck sich nicht erschließen lässt. Da mehr und mehr Sonnenlicht den großen Raum durchflutet, kann man nun auch sehen, dass eine weitere Wand belegt ist. Ein riesiges, von nach Wald schreienden Bäumen beherrschtes Landschaftsgemälde beansprucht den Löwenanteil für sich. In der Nähe der - wohlbemerkt extrahohen- Tür schließlich ist ein Schwert auf einer Halterung platziert - ein Schwert mit blauer Klinge und vier großen, verschiedenfarbigen Edelsteinen am Griff, die vor enthaltener magischer Energie fast knistern. Ein paar Stühle stehen an strategisch günstigen Stellen im Raum verteilt, ansonsten liegt der Raum fast brach. Oh, und natürlich die Bahre!
"Ich hoffe, du störst dich nicht an der kargen Einrichtung. Es wäre nur eine Verschwendung, den Raum zu möbilieren, weil nur ein Zauber schiefgehen muss, um mir die Einrichtung um die Ohren sausen zu lassen.", sagt er ausgelassen und stellt zwei der Stühle zusammen; bei einem fehlt ein Stück der Rückenlehne. Auf diesen setzt er sich auch und deutet stumm auf das andere Sitzmöbel. Der Elf kratzt sich wieder die imaginären Bartstoppeln im Versuch, seine Gedanken zu ordnen...

"Bevor ich dich durch Imber Cinis - so heißt diese Stadt - führe, brauche ich ein paar Antworten. Ich habe nämlich Probleme, dich zu verstehen." Er schüttelt leicht den Kopf und schmunzelt über seine eigenen Worte. "Natürlich verstehe ich, was du sagst, aber du sprichst nicht die Sprache, die in dieser Welt geläufig ist - es ist MEINE Mutterspache, die du sprichst. Und du hast einen Namen, obwohl ich dir keinen gegeben habe. Das bedeutet wiederum, dass du Erinnerungen hast - an ein früheres Leben. Dabei habe ich..." Abermals wird der Kopf geschüttelt, und er entscheidet sich doch für den knappen Weg: "Erinnerst du dich an noch mehr, außer deinen Namen? Vielleicht sogar daran, was passiert ist, bevor du hier geboren wurdest?"  Er spricht sehr ruhig und kontrolliert - er hätte genauso gut freundlich nach dem Weg zur nächsten Schenke fragen können. Der Grund dafür ist ganz einfach: Wenn er seine eigene Aufgewühltheit offen zur Schau stellt und fahrig ist, wird er keine brauchbaren Antworten bekommen. Und diese hat er bitter nötig, sonst könnte es sich wiederholen.[/i]
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Jul 25, 2014 11:28 am

Bei dem mehr oder minder dürftigem Mobiliar brauchte Akira nicht lange, um sich einmal am gesamten Raum satt gesehen zu haben. Zwar empfand sie gleichermaßen Neugierde, als auch Abscheu gegenüber der diversen Werkzeuge, wo sie sich bereits bildlich vorstellte, wie diese zum Einsatz kommen könnten, ließ diese Gedanken jedoch nach Tarinax Ansprache schnell wieder fallen.
Bevor sie sich jedoch von der Bare hinunter bewegen konnte, fiel ihr ein doch größeres Detail wieder ein- Kleidung. Jedoch wollte sie seinen Redefluss mit anschließender Frage nicht unterbrechen, weswegen sie sich für eine simple Alternative entschied: Mit kurzen Handbewegungen wickelte sie das weiße Tuch fest um ihren Oberkörper, sorgte dafür, dass das äußere Ende des Tuches sich nicht so schnell vom Rest lösen würde, womit sie nun zumindest ein Kleid ähnliches Gewand gezaubert hatte. So hatte sie keine Probleme aufzustehen und zum Stuhl hinüber zu gehen. Zumindest in der Theorie, in der Praxis war sie noch reichlich wacklig auf den Beinen und musste sich verbissen auf ihren Gleichgewichtssinn konzentrieren, um nicht doch wie ein Pinguin zur Seite zu kippen. Beim besten Willen versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen, war jedoch selbst nicht überzeugt davon, ob ihr dies auch gelingen würde.
Schließlich gelang es ihr dann, sich gegenüber des Elfen niederzulassen, wobei ihr dann doch erst das Schwert an der Wand bewusst auffiel. Ihr Blick wanderte also nicht zu Tarinax, sondern an ihm vorbei zum Schwert, was sie interessanter fand, als ihr eigentliches Gegenüber. Erst als er mit seiner Frage rausrückte, wanderte der Blick erneut zu ihrem Schöpfer.

"Früheres Leben?", fragte sie leicht spöttisch. Jedoch hielt sie einen Moment inne, um nachzudenken. Ihre Seele hatte einen neuen Körper in einer anderen Welt. Könnte man es da nicht wirklich als neues Leben bezeichnen? War sie nicht so gesehen gerade erst geboren worden? "Nunja mein Guter, ich erinnere mich so ziemlich jeden Schritt den ich tat, bevor ich hier her kam." Sie grinste. Er wollte sicher genauere Antworten haben, wollte ihm jedoch nicht direkt ihre Biographie auftischen. Sie ahnte, dass ihn diese Art von Antworten wahnisnnig machen würde, und wenn nur zu einem Teil. Seine Wissbegierde und Faszination stand ihm schließlich gleichermaßen in seinen Augen geschrieben, wie ein Wenig der Irritation, ganz so, als würde aus einem Hühnerei ein Drache schlüpfen.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Sa Aug 30, 2014 8:59 pm

Tarinax' Blick folgt dem seiner Schöpfung interessiert, bishin zu dem blauen Schwert, welches die Wand schmückt. Fall, der Dämonentöter, hat ihm während seiner Abenteuer große Dienste geleistet. Damals, als er den Missionar der Heiden töten musste, dann in den prämordialen Kriegen... Schade, dass er es nicht mehr braucht, seitdem er zum Gott geworden ist.
Akiras Antwort fällt für ihn außerordentlich unbefriedigend aus und es bereitet ihm Mühe, seinen ruhigen Gemütszustand aufrecht zu erhalten. Man könnte meinen, sie hätte ein wenig mehr Respekt vor dem, der ihr das Leben geschenkt hat. Wobei... Nein, solche Annahmen kann er nicht machen. Es könnte schließlich auch Verbitterung sein, aus dem alten Leben herausgerissen worden zu sein.

"Dann solltest du anfangen, mir zumindest die letzten Schritte davor näherzubringen. Ich will gar nicht tiefer in dich dringen. Aber ich muss ausschließen, dass ein Dämon die Chance genutzt und eine leere Hülle in Besitz genommen hat. Es wäre nicht das erste Mal, dass einer von ihnen durch meine Hand stirbt."

Seine Stimme ist nach wie vor ruhig, aber sein Blick, der sich in die Augen der Frau zu bohren versucht, spricht Bände. Er kann verstehen, dass sie sich scheut, von sich zu erzählen, aber dafür wird er keine Geduld aufbringen. Nicht jetzt, wenn er eigentlich vor hat, ihr seine Stadt zu zeigen und sich anschließend selbst Ruhe zu verordnen. Da fällt ihm ein...
Er schaut an Akira herunter und kann, obwohl er eigentlich ernst bleiben wollte, einfach nicht anders als zu lächeln. "Ich schätze, ich sollte dir etwas Kleidung bringen lassen. Wenn du in diesem Laken durch das Rathaus marschierst, würde es einige seltsame Fragen aufwerfen, denen du dich sicherlich entziehen möchtest." Und er erst recht. Die Bewohner der Stadt sind schnell damit, sich irgendeine Geschichte zusammenzureimen, und dieser Anblick würde ihre Fantasie explodieren lassen.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Okt 03, 2014 12:28 pm

Akira zog die Augenbrauen hoch und hielt dem Blick ihres Schöpfers mit Leichtigkeit stand. Sie war schließlich ein Drache, ein überaus edles und erhabenes Wesen, was sich Schwäche nicht mal angesichts des Todes eingestehen würde. Obgleich sie hier in einer mehr wie ungünstigen Situation war, genoss sie es irgendwo hilflos zu sein und gleichermaßen zu bemerken, dass Tarinax ihr gegenüber auf eine Weise ebenso hilflos war, wenn sie ihm nicht die Antworten lieferte, die er verlangte. Und das, obwohl er sie wahrscheinlich mit nur einem Fingerschnippen wieder von den Lebenden zu den Toten würde bringen können.
Einzig die Bemerkung Kleidung ließ sie aus ihrer Angriffslustigkeit fahren und einmal bestimmt nicken. "Zudem fühlt man sich mit richtiger Kleidung auch wesentlich besser, als mit einem notdürftig zusammengeknoteten Stück Stoff." Dabei zupfte sie leicht an einem Ende des Lakens zur Verdeutlichung. Dann jedoch wandte sie Tarinax wieder ihre volle Aufmerksamkeit zu und setzte zu einer Kundgebung an, die ihr wieder ein hämisches, schelmisches Grinsen auf die Lippen legte, ohne dass sie dies selbst bemerkte.
"Aber verrate mir doch eines. Wie möchtest du meine Worte auf eine Waage legen, sodass du tatsächlich unterscheiden könntest, sie seien wahr? Ich könnte dir nun jede erdenkliche Geschichte erzählen, selbst als dämonisches Wesen, um deine Gunst als Schöpfer zu erlangen...." Sie machte eine kurze Pause. "Wie mache ich mich mit meinen Worten glaubwürdig? Nicht, dass ich dir etwas erzähle und du schenkst ihnen keinen Glauben."

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Okt 03, 2014 2:03 pm

Tarinax lächelt weiterhin sein Lächeln, welches aber langsam anfängt, mehr diplomatisch denn ein Ausdruck seiner Stimmung zu sein.  Davon abgesehen, dass seine Laune derzeit größeren Schwankungen unterworfen ist als die einer Hauskatze. Dafür enthält diese Situation einfach zu viele Aspekte, von denen ihn nicht jeder zufriedenstimmt. Unter anderem auch, dass die beiden beinahe in ein Geplänkel abgetaucht sind... Ein Spiel, um sich gegenseitig aus der Reserve zu locken. Nun, er hat damit angefangen, also sollte er sich nicht darüber beschweren.
Das hindert ihn dennoch nicht daran, Akira den Rücken zuzuwenden und ein paar Schritte von ihr wegzugehen, als sie ihre Gedanken laut macht. Langsam verschränkt er die Hände im Rücken und legt den Kopf in den Nacken, um an die Decke blicken zu können... Er denkt über seine Antwort nach.

"Meine Überzeugungen lassen mich nicht auf diese Art und Weise denken. Ich misstraue nicht, bis mein Vertrauen erlangt ist, sondern vertraue, bis mein Misstrauen erregt wurde. Und mysteriöse Umstände sind für mich kein Grund, zu misstrauen - schließlich nannte man mich selbst 'das Mysterium'. Und nun komm."

Langsam geht er weiter, bis er vor der Tür des langgezogenen Raumes stehenbleibt... Sie öffnet nach außen, ohne dass er sie anfasst. "Die ersten Händler dürften bereits auf Kundschaft warten. Und du kannst es sicherlich kaum erwarten, meinen Goldbeutel zu leeren, Kleines.", sagt der Elf etwas nüchtern und bedeutet Akira, ihm aus dem Raum zu folgen. Gehört das nicht auch zu den Vaterfreuden dazu, dass die Tochter ihren 'alten Mann' mit exzentrischen modischen Vorstellungen in den Wahnsinn treibt? Nur gut, dass er ihr in der Eingangshalle vorrübergehend einen Mantel ausborgen kann...
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi Okt 08, 2014 7:04 pm

Nun, eigentlich hatte Akira nicht vor, den Elben um viele Goldmünzen zu erleichtern. Sollte er sie weiterhin jedoch 'Kleines' nennen und nicht, wie vorgestellt, Akira, so würde sie es doch in Erwägung ziehen. Für den Moment jedoch folgte sie Tarinax, so gut sie konnte. Nicht, dass sie ohnehin bereits Probleme hatte überzeugend voranzuschreiten. Nein, die Tatsache, dass er als groß gewachsener Elb mit einer Leichtfüßigkeit eine gewaltige Schrittlänge hatte, im Gegensatz zu ihr, bereitete ihr zusätzliche Probleme.

"Nun gut, sobald ich wieder Kleidung am Leib trage werde ich dir zufriedenstellend berichten, was du erfragt hattest."

Sie wollte sich doch auch kooperativ zeigen. Immer nur gänzlich auf Sticheleien aus zu sein, könnte die Ergebnisse schnell für sie ins negative rücken.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi Okt 08, 2014 7:56 pm

Tarinax führt Akira durch weite und hoch gebaute Gänge. Es scheint so, als hätte der Erschaffer dieses Bauwerks bedacht, dass ein so hochgewachsener Mann wie der Stadtrat sich den Kopf stoßen könnte... Natürlich. Tarinax hat dieses Gebäude - und viele der Gebäude im Regierungsbezirk - selbst gebaut, als er diese Stadt im Auftrag von Salias erschaffen hat. Natürlich wurden spätere Erweiterungen nur nach seiner Anleitung gemacht. Sein eigenes Lehn als Avatar des Wanderers... Der Elf lächelt versonnen und lässt seine Finger im Vorbeigehen an einer der weissmarmornen Wände entlangstreifen. Nach einer Weile geht dieser Marmor allerdings in grauen Stein um - nämlich, als sie den alten Kern des Rathauses erreichen. Dieser dient als Eingangshalle und Umschlagpunkt für den verwalterischen und den privaten Bereich des Gebäudes... Tarinax dreht sich um und bemerkt erst jetzt wirklich, dass Akira ein ganzes Stück hinterherhängt.

"Verzeih mir, Akira. Ich habe gar nicht bedacht... Ach, ich schätze, das ist jetzt auch egal. Wir sind fast draussen. Nur..."

Er tritt in einen kleinen Nebenraum und kommt wenige Sekunden später mit einem blattgrünen Mantel über dem Arm wieder zurück. Und in diesen hilft er der Frau hinein, auch wenn er eindeutig ein bisschen zu groß ist. Schließlich ist es sein Mantel.

"Notdürftig kann ich dir leider mit nichts Anderem dienen. Aber da wir ja ohnehin jetzt... Oh."

Der Elf wendet den Kopf zur Seite, als aus einem anderen Gang ein Mensch in weisser Robe herangeeilt kommt und beginnt, in einer für Akira fremden Sprache auf ihn einzureden. Dabei wirft dieser Mensch immer wieder neugierige Blicke zu der Frau herüber. Tarinax fällt ihm ins Wort und spricht selbst in dieser anderen Sprache, ungeduldig und müde klingend. Dieser Störenfried schreckt daraufhin auf und beeilt sich, für den Stadtherren und seinen Gast das Portal zu öffnen. "Genau das hatte ich befürchtet - jemand, der Fragen stellt. Ich habe mich seit Wochen nicht gezeigt und wollte genau dem entgehen... Kommst du? Wir wollten Kleidung kaufen." Er tritt hinaus an die frische Luft - diesmal rücksichtsvollerweise allerdings sehr gemessenen Schrittes - und geniesst die Sonnenstrahlen des frühen Morgens im Gesicht.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi Okt 08, 2014 8:44 pm

Neugierig wie ein kleines Kind saugt Akira bei jedem Schritt die Umgebung in sich auf, die sich nach wie vor gänzlich anders anfühlt, wie zu Hause. Selbst die Luft fühlte sich anders an, die sie einatmete. Kein Wunder also, dass sie einen immer weiter werdenden Abstand zu Tarinax zu verbuchen hatte, ehe er sie erst durch unfertige Sätze irritierte und dann noch in einen viel zu großen Mantel wickelte, um mit ihr zumindest auf die Straße gehen zu können.
...Ob es wohl auffiehl, dass sie barfuß war?
Dennoch, der Mantel bot Bequemlichkeit und Wärme, die ihr behagten und sie milde stimmten. So blieb sie sachte neben dem Elf stehen, als sich die hastige Person näherte und verkniff sich Sätze, die Verdacht erregend enden konnten. Ihre ebenso neugierigen Blicke der Person gegenüber konnte sie jedoch nicht abstellen. Ebenso, wie die nachfolgenden Fragen, als der in weiß gehüllte von Dannen zog.

"Was hatte er gesagt? Oder besser was für Fragen hatte er gestellt? Und was meintest du vorhin? Du hattest deine Sätze nie beendet."

Als ihr auffiel, dass sie nun doch eine Reihe von Fragen gestellt hatte, musste sie unweigerlich schmunzeln- zum Glück sog sie vorsorglich die Kapuze auf, wodurch ihr Blick ihrem Schöpfer verwehrt blieb. Ob nun grinsend, aufgrund der Tatsache, dass sie sich tatsächlich wie ein Kind fühlte, oder aber deswegen, weil der Elb momentan für Fragerunden nichts übrig hatte.
Beiläufig weiter folgend, ließ Akira draußen angekommen weiterhin den Blick schweifen, achtete wohl darauf, dass der Wind ihr die Kapuze nicht vom Kopf zog. Es war erstaunlich, so anders, und doch so gleich wie ihre Heimat.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do Okt 09, 2014 4:27 pm

Tarinax reibt sich draussen mit beiden Händen über das Gesicht in der Hoffnung, ein wenig dieser unsäglichen Ermüdung abzuschütteln - erfolglos. Aber immerhin vertreiben die Sonnenstrahlen die düsteren Gedanken aus seinem Kopf, und das ist viel wert.

"Ich verwalte diese Stadt und einiges des Landes, welches sie umgibt, als Stadtrat, auch, wenn die Bewohner mich lieber als König hätten. Ich war wochenlang in meinen Arbeitsräumen, deshalb wollte er mich jetzt, wo ich wieder aufgetaucht bin, mit noch mehr Arbeit überhäufen... Und er hat gefragt, wer 'diese Frau in deinem kostbaren Mantel' sei." Der Elf lacht kurz auf und winkt ab. "Ich habe ihm gesagt, dass er das Tor öffnen und seine Nase aus meinem Privatleben stecken soll. Ich meinte allerdings nichts. Es ging um Kleidung, Akira."

Während im Regierungsviertel, welches das Rathaus umgibt, viele Häuser aus dem selben Marmor geschaffen sind wie das Rathaus selbst, schlendern die Beiden nun, da sie im Marktviertel angekommen sind, eher an Stein- oder Holzhäusern vorbei, die aber trotzdem groß gebaut und in gutem Zustand sind. Imber Cinis ist eine wohlhabende Stadt geworden, seitdem sie vor nicht ganz zwei Äonen gegründet wurde. Kein Wunder bei den großen Adamantiumvorkommen im Umland...
Ohne Vorwarnung bleibt Tarinax plötzlich vor einem besonders großen Gebäude stehen und schüttelt sich ein wenig. In den Fensterauslagen kann man hübsche Kleider und ähnliches betrachten - und daraus kann man deutlich schließen, dass ein Mann einen solchen Laden niemals freiwillig betreten würde. "Nun... Sollen wir hineingehen?", fragt der Elf etwas zögerlich und sieht sich nach Akira um, hoffend, dass er immer noch lächelt.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Okt 10, 2014 7:12 pm

Er meinte nichts, aber sprach es an. Er meinte nichts, aber es ging um Kleidung. Er lenkte gewiss ab, wollte etwas noch nicht Preisgeben. Zugegebenermaßen verständlich, Akira konnte sich nicht vorstellen, dass er ihre Versuche ihn aus der Reserve zu locken nicht bemerkt hätte. Vielleicht bekam sie ihre Antworten noch, wenn die Zeit reif war.
So dachte sie und schenkte dem Laden, vor welchem Tarinax stehen blieb,vorerst nur wenig Beachtung. Sie zuckte mit den Schultern, fand einen Stand, einige Meter entfernt, wesentlich Interessanter: Waffen. Auf Anhieb fand sie eine Stabwaffe, die ihr Herz höher schlagen ließ- simpel, aber doch gut verarbeitet, was sie an ihre Anfänge erinnerte. Aber sie musste sich ermahnen, schnippte sich selbst gegen den Kopf und lenkte ihren Blick wieder auf das Gebäude vor ihr, wo sie immer noch mit dem Elben vor stand. Sie brauchte Kleidung, viel mehr wie eine Waffe, also sollte sie auch einen Kleiderladen bevorzugen. Sie nickte nachdenklich, obgleich sie keinen wirklichen Sinn für Schönheit in Kleidung hatte, wie fast alle Frauen ihres Alters es auf Drameree hatten.
Dieser Fakt schlug sich auch im Geschäft nieder, als sie an den prachtvollen Exemplaren vorbei schlenderte, sogar die Mine knirschend verzog, bei dem Gedanken wie unpraktikabel diese Gewänder doch sein mochten.
Letztlich, ungeachtet ihres Begleiters, zupfte Akira sich einige wenige simple (aber wesentlich bequemere und praktischere, was nicht heißt, dass sie weniger schön waren- einfach nur weniger prunkvoll) Stücke aus den Reihen der Händlerware um sie Tarinax zur Wahl zu stellen:

"Diese kämen in Frage. Welches es sein soll, wird und darf, überlasse ich dir."

Dabei lächelte sie milde. Irgendwie empfand sie es als Pflicht, ihm die letzte Entscheidung zu überlassen, wo er nicht nur für die Summe aufkam. Irgendwo konnte sie sich vorstellen, dass er, als Schöpfer, diesen Körper vielleicht in bestimmten Kleidungsstil sehen wollte. (Oder aber, dadurch dass sie sich schlichte Gewänder ausgesucht hatte, mochte er sich nicht blamieren und würde von sich aus ein teureres Stück nehmen, um sich mit ihr in der Menge auch sehen lassen zu können..)

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Sa Okt 11, 2014 9:20 am

Tarinax reibt sich nachdenklich das Kinn und will den Kleidungsladen bereits betreten, als er bemerkt, dass Akira gar nicht mehr da ist. Weit entfernt ist sie allerdings nicht, und seine hier unnatürliche Größe - alle anderen Besucher des Marktviertels sind durchschnittlich mehr als einen Kopf kleiner als der Hüne - spielt ihm in die Karten. So kann er sehen, dass der Waffenstand Akiras Interesse geweckt hat - und auch, dass eher die magischen Werkzeuge ihrer Aufmerksamkeit habhaft werden können. Bevor sie merken kann, dass er sie beobachtet, wendet er sich allerdings wieder dem Geschäft zu, welches sein Grauen erregt, und tritt sogar ein.
Viele der Kleider und Gewänder sind wahrlich prunkvoll und meisterhaft geschneidert; dieser Laden ist eben eher den gehobeneren Schichten der Stadt zugewandt. Aber es gibt auch durchaus Stücke, die den Goldbeutel eines gewöhnlichen Mannes nicht groß belasten würden. Nicht, dass Tarinax sich darum sorgen würde, das Geschäft als armer Mann zu verlassen - es ist nur eine gute Gelegenheit, zu erfahren, welche Geschmäcker Akira vorzuweisen hat. Und da er ihr stumm folgt, seine eigene Meinung hintanstellend, bekommt er einen erstklassigen Einblick.
Was noch lange nicht heißt, dass ihm dieser Einblick gefallen muss.
Stumm nimmt er die Gewänder von seiner Schöpfung entgegen und lässt den Stoff durch seine langen Finger gleiten. Weich und ziemlich weit geschnitten... Also eher Kleidung, die für Reisen oder arbeitsreiche Stunden geeignet sind, und weniger, um den Status herauszustellen...
Gut.

"Ich bin nicht sicher, was ich erwartet habe, aber das ist es nicht. Deine Wahl gefällt mir allerdings."

Anstatt sich eines auszusuchen und den Rest wieder zurückzuhängen, dreht er sich um und steuert den Tresen in der Nähe des Eingangs an. Niemand ist zu sehen, aber eine kleine Glocke steht bereit. Er läutet sie dreimal und stellt sie wieder hin, Akiras neue Kleidung schonmal hinlegend. Es dauert nicht lange, bis eine Elfe heraneilt und sich nach einer tiefen Verneigung - die Tarinax mit einem Lachen kommentiert - um seine 'Bestellung' kümmert. Nach ein paar Minuten des Feilschens in der Landessprache zückt der Stadtrat seinen Goldbeutel und zählt ein paar weisslich glänzende Münzen ab. Dann überreicht er Akira die bezahlten Gewänder und macht eine wedelnde Handbewegung.

"Lia" Er deutet auf die Elfe, die sogleich lächelnd eine weitere Verneigung anstimmt "wird dich zu einem Raum führen, in welchem du dich umziehen kannst. Ich werde mich derweil um meine eigenen Anschaffungen kümmern. Lass dir ruhig Zeit."

Mit diesen Worten verlässt er diesen grausigen Laden beinahe fluchtartig und eilt zu den anderen Marktständen.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Sa Okt 11, 2014 10:58 pm

Dass Tarinax ihren Geschmack teilte, was Frauenkleidung anging, schmeichelte sie irgendwo. Schließlich hatte es de Anschein, als würde er regelrecht Panik davor haben, sie könne sich besonders kostspielige Stücke heraussuchen. Gleichermaßen befriedigte es sie, dass sie so gänzlich dem Gegenteil entsprach, wie er sich seine 'Schöpfung' vorzustellen schien. Ihr zufriedenes Grinsen verschwand jedoch jäh in der Sekunde, wo der Elf fluchtartig den Laden verließ und sie mit der Elbin alleine ließ, die ihn, ohne auch nur ein Wort zu verstehen, in den hinteren Teil des Ladens führte und ihr scheinbar eine Umkleidekabine zeigte, wenn man ihre Gestik richtig gedeutet hatte. Akioa tat sich gut daran, nicht zu sprechen. Sie tat so, als würde sie überhaupt stumm sein, verschaffte sich mit höflichem Nicken genug Antworten, sodass Lia sich nicht gänzlich verwirrt abwandte, sondern im Glauben war, ihr Gegenüber hätte sie verstanden.
In der Kabine verschwunden, atmete Akira erst einmal erschöpft aus. Absolut keine Silbe zu verstehen, sich dies jedoch nicht anmerken lassen wollen, war schwieriger als erwartet. Aber sie wollte sich weder die Blöße vor Tarinax geben, noch sich selbst eingestehen, dass dies ein Problem darstellte.
Dennoch, in der Kabine hatte sie Ruhe, die sie erst einmal nutzte, um ihren Körper zu dehnen und gewisse Bewegungen zu üben, bevor sie sich an die Kleidung wagte. Fragende Laute vor dem Vorhang konnte sie mit einer abwinkenden Bewegung auf Distanz halten, die ihr offensichtlich Hilfe anbieten wollte.
Nach einer gefühlten halben Stunde war sie dann fertig mit Anprobe. Ihre Hoffnung, sich heimlich aus dem Laden zu schleichen, scheiterte jedoch jäh. Scheinbar schlich Lia um ihre Kabine rum und konfrontierte sie sogleich wieder. Diesmal peinlich verlegen, zwecks mangelnde Antwortmöglichkeit, entfloh sie der Händlerin nickend und verlegen lächelnd, in der Hoffnung, diese Erinnerung möge weder lustig, noch komisch in den Erinnerungen der Elbe bestehen bleiben.
Wieder Draußen jedoch befand sie sich bei dem nächsten Problem- sie sah Tarinax nirgends. Zu unsicher stehen zu bleiben, würde nur neugierige und fragende Blicke aufsich lenken. So beschloss sie auf eigene Faust loszuschlendern, wobei sie sich in den Schmiedeteil des Marktes begab, denn dort gab es, was ihre Aufmerksamkeit bereits zuvor gewann- Waffen. Der Elb würde schon wieder auftauchen, zu gegebener Zeit.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   So Okt 26, 2014 5:52 am

Tarinax ist froh, aus Lias Laden fliehen zu können. Er hat nichts gegen die Elfe. Wirklich nicht. Schließlich kommt sie - wenn er anwesend ist - manchmal hoch zum Rathaus, um ihm neue Roben anzufertigen. Aber gegen ihren Laden hegt er eine ausgewachsene Abscheu. Um viel Wegstrecke zwischen sich und diesem Ort zu bringen, eilt er tiefer in das Marktviertel hinein, eine kleine Staubwolke aufwirbelnd. Aber der Gedanke, hier Ruhe zu finden, ist ein törichter Gedanke.
Kaum sieht man den Stadtrat zwischen den Ständen auftauchen, wird er von ein paar Händlern umringt, die dringendst seine Meinung zu ihren Waren hören müssen. So probiert er einen frisch am Mantel polierten Apfel und verzieht das Gesicht ob des viel zu sauren Geschmacks. Ein Edelstein wird ihm dargeboten und er macht dem Juwelier ein Kompliment für den facettenreichen Schliff. Doch schnell schüttelt er die Traube ab - schließlich braucht er WIRKLICH etwas.
Er bleibt schließlich vor einem Stand stehen, der Lederwaren anbietet. Und tatsächlich erregt ein Artikel sein Interesse - fingerlose Handschuhe, die farblich zum grünen Lederbeschlag auf seinem Überwurf passen. Er verwickelt den männlichen Standbesitzer in ein Gespräch über die Großwildjagd mit dem Bogen - diese Handschuhe würden ihm nämlich gute Dienste leisten.
Diesmal wechseln tatsächlich ein paar Goldmünzen den Besitzer und Tarinax streift sich das Leder über die Hände. Die langen, schmalen Finger werden gespreizt, und zufrieden nickend hebt er eine Hand zum Abschied locker über die Schulter.
Da er allerdings schon einmal hier ist, kann er sich auch nach den anderen Sachen umsehen, die er neu beschaffen muss. Öl und einen kleinen Wetzstein, um die Pfeilspitzen zu schärfen, könnte er gut gebrauchen. Ein paar Ellen dünnes Seil holt er sich auch. Und die Natur seiner Anschaffungen führt auch ihn langsam zum Bereich des Marktes, an dem Waffen und Rüstungen feilgeboten werden. Dabei hat er zum ersten Mal seit ihrer Schöpfung Akira aus seinen Gedanken gebannt. Er ist ja ohnehin nicht zu übersehen.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mo Dez 01, 2014 2:28 pm

Es hatte durchaus Vorteile eine so geringe Körpergröße zu haben. Mit ihren gerade mal 1.58 Metern Körperhöhe fiel sie beim dichten Treiben im Marktviertel der Kriegskunst nicht auf. Sie streifte aus diesem Grund die weite Kapuze ihrer neuen Kleidung hinunter und legte sich die verirrten Haare wieder zurecht. So anders diese Welt auch sein mochte, so war das rege Treiben hier doch durchaus vertraut. Und dennoch, die Stücke, die hier angeboten wurden, waren großteils so filigran gearbeitet, wie es einer der Schmiedemeister in Memoria wohl kaum hätte herstellen können. Dieser Sinn für Details hier und dort gefiel Akira, sie genoss diesen Ausflug regelrecht, so wie andere Frauen sich gerne neue Stoffe für Kleider aussuchten. Zwar verstand sie nach wie vor kein Wort von dem was die Händler anpriesen und konnte bei fragenden Blicken die auf ihr ruhten nur ablehnend den Kopf schütteln, so konnte sie in ihrer unendlichen Neugier und geweckten Euphorie allerdings nicht anders, als sich bei den besonders prachtvollen Ständen nach vorn zu drängeln um sich die Kriegsstücke genau zu betrachten.
Das war zumindest solange toll, bis sich ein breit gebauter Mann in makellos polierter Rüstung ihr in den Weg stellte und ihr rau einige Worte entgegen warf. In ihrer Begeisterung hatte sich Akira einen der wertvollen Dolche genommen, um sein Gewicht in der Hand abzuwägen und die Klinge genau betrachten zu können. Scheinbar zum Missfallen des Standbesitzers.
Die junge Frau schreckte einen Schritt zurück und sah leicht verdrießlich drein. Hätte sie sich das nicht denken können? Schnell hielt sie dem Mann beschwichtigend den Dolch hin, nachdem sie ihre Fingerabdrücke von der Klinge gewischt hatte. Ganz zufrieden schien der Herr jedoch nicht zu sein, denn er hörte nicht auf zu reden. Und anhand seiner Mimik wusste Akira zumindest, dass er ihr keinen Witz erzählte.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   So Dez 07, 2014 9:48 pm

Tarinax blickt sich aufmerksam an beinahe jedem Stand um, an dem er vorbeizieht. Deshalb braucht selbst er seine Zeit, bis er bemerkt, dass der halbe Markt auf den selben Ort zusteuert. Leise seufzend wendet er sich von einigen Pfeilköchern ab und ändert seine Route - genau auf die Menschenansammlung zu.
Wieder einmal erleichtert ihm seine Größe das Leben, denn schon aus einigen Metern Entfernung kann er den Grund für den Aufruhr erkennen. Der erfahrene Krieger Elric, der vor einigen Jahren damit begonnen hat, seine selbstgeschmiedeten Waffen unter die Männer zu bringen - meisterhaft gefertigte Waffen, die eine stolze Summe kosten und deswegen nichts für das 'gemeine Volk' sind. Und eine Frau mit schlichter Kleidung, die... Oh, bei den Göttern, das kann doch nicht wahr sein.
Tarinax drängt sich nicht gerade umsichtig durch die Traube und spricht mit lauter, gebieterischer Stimme, was dutzende Blicke auf ihn lenkt... Und er fühlt sich, als würde die Sonne sein Gesicht versengen. Aber es lässt den wütenden Schmied innehalten - zumindest so lange, bis er, immer noch sprechend, eine Hand auf Akiras Schulter legen kann. Diese Berührung löst einen Zauber aus, der tiefgreifender ist als andere Zauber, die einen Einfluss auf die Sinne hat. Er schafft eine Verbindung zwischen ihren Geistern, was ihr erlaubt...
...rstehe deinen Zorn, Elric. Aber hört mich an...
Lord Arcanum, ich bitte Euch. Ich weiss, dass Ihr Euch für die Straßenkinder einsetzt, aber Straßendiebe? Das überrascht...
Genug!
Tarinax' Stimme donnert über den Marktplatz und lässt sogar die hinteren Reihen verstummen. Akira ist... Eine enge Vertraute, und ich wünsche, dass sie mit all dem nötigen Respekt behandelt wird. Da sie unsere Sprache nicht spricht, wird sie meist in meiner Nähe bleiben. Und falls sie sich irgendetwas zu Schulden kommen lassen sollte, komme ich für alle Kosten auf.

Wortlos streckt er nun die Hand aus. Elric, der Schmied, zögert einen Moment, bis er den Dolch, der den Ärger verursacht hat, hervorbringt und dem Elfen überreicht. Dieser begleicht den Streitbetrag mithilfe mehrerer weisslich glänzender Münzen, bevor er ihn an Akira weiterreicht. "Lass uns gehen", murmelt er aus dem Augenwinkel und drängelt ein bisschen, um schnell aus der nun wieder tuschelnden Menschenmenge, die diesmal Platz macht, aber sehr begierig dreinschaut, zu verschwinden. Er bringt ein paar Blöcke zwischen sich und dem Markt, bis er dann endlich innehält und milde zu seiner Schöpfung herunterlächelt.

Du hast Glück, dass ich aufgetaucht bin. Elric zögert nicht länge, wenn er einen Dieb erwischt... Er peitscht sie mit Freuden aus der Stadt.
Aber das ist unwichtig. Wir sollten ins Rathaus zurückkehren... Du hast bestimmt Hunger.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mo Dez 08, 2014 3:13 pm

Akira schwieg, bis Tarinax seine Stimme fern der Masse wieder erhob. Sie glaubte immer noch, seine Stimme hallte in ihrem Kopf nach- sie war noch nie von solch einem Zauber belegt gewesen und war sichtlich irritiert von derart tiefgründigen Einwirkungen von Außen, wo sie nicht herkommen sollten. Den Blick hielt sie dennoch stolz und unnahbar in die Ferne, als hätte der Magier sie weder aus einer Misere gezogen und mit einem Zauber verwirrt, noch hätte sie überhaupt großartigen Aufruhr verursacht. Sie war nunmal nach wie vor in der Seele ein Drache, was es ihr verbot zuzugeben, einen Fehltritt geleistet zu haben. Stattdessen brüskierte sie sich mit der Behauptung, der Mann habe falsch reagiert.
"Und den Dolch habe ich ebenso nicht gewollt. Lediglich einen besseren Blick wollte ich auf dieses Stück werfen, wie kann er sich anmaßen mich mit einem Dieb gleichzustellen? Ich habe mich schließlich keinen Millimeter vom Fleck bewegt sodass er hätte annehmen können ich wollte fliehen. Wo also hätte er mich aus der Stadt jagen können, wo sein Urteilsvermögen scheinbar geblendet war?", beklagte sie sich zusätzlich vorwurfsvoll. Auf seine Bemerkung, sie könne hungrig sein ging sie nicht erst ein, denn es war selbstredend, dass dieser Körper allmählich Nahrung brauchte.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Sa Jan 17, 2015 1:46 pm

Tarinax lächelt weiterhin milde, auch, als Akira so heftig aufbegehrt - man könnte fast meinen, er würde sie nicht ganz ernst nehmen. Dabei könnte das nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Er will lediglich den Eindruck erwecken, als wäre schon alles in Ordnung. Deshalb hört er ihrer Tirade geduldig zu, während das Rathaus in der Ferne schon auftaucht, bevor er genauso gelassen, wie er dreinblickt, antwortet.

"Ich hätte mich verbessern sollen - er hätte versucht, dich aus der Stadt zu jagen. Spätestens die erste Wache, die ihm über den Weg gelaufen wäre, hätte der Treibjagd ein Ende gesetzt. Stattdessen wäre im allerschlimmsten Fall das Gericht zusammengerufen worden..."

Tarinax' Lächeln wird breiter, als sie das Rathaus durch einen Seiteneingang wieder betreten und ihm sofort der Geruch einer Küche im Hochbetrieb in die Nase steigt. Er führt seine Begleiterin ein paar weitere Gänge entlang...

"...und ich bin ziemlich sicher, dass der höchste Richter unserer Stadt schnell festgestellt hätte, dass du den Dolch nicht stehlen wolltest."

Kein Grund, ihr zu sagen, dass er selbst dieser höchste Richter ist. Vielleicht erfährt sie es ja irgendwann selbst, aber bis dahin... Jetzt stößt er erstmal die Tür zum Speisesaal des Rathauses auf. Wahrlich ein Saal. Eine lange Tafel wurde aufgebaut, die sich über einen Großteil des Raumes erstreckt und mit Stühlen an jeder Seite versehen ist. Beinahe jeder Platz ist besetzt; jeder, der im Rathaus arbeitet, darf um diese Zeit für eine Stunde die Arbeit niederlegen, um sich an diesem gemeinsamen Mahl zu erfreuen. Nicht viele Köpfe drehen sich nach den beiden Neuankömmlingen zu, schließlich wird schon gegessen. Auch deshalb geht der Elf langsam um die Tafel herum, bis er den Platz am Fußende erreicht, der für ihn freigehalten wurde. Auch die beiden Plätze direkt 'vor' ihm sind frei - sie sind für Gäste reserviert.

"Setz dich neben mich und sei mein Gast", fordert er Akira freundlich auf und lässt sich auf seinen Stuhl sinken. Ohne Zeit zu verlieren beginnt er, seinen Teller mit Gemüse und Früchten zu füllen. Aber auch saftiger Braten, eine herzhafte Suppe, Hähnchenschenkel und einiges mehr wird gereicht, damit jeder Geschmack bedient werden kann.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mo Jan 19, 2015 12:18 pm

Zwar wusste Akira nicht, ob seine Verbesserungn lediglich der Versuch war sie zum schweigen zu bringen, oder aber tatsächlich so gemeint war. Im Grunde war es ihr jedoch gleich, mit seiner Korrektur konnte sie sehr gut leben, sodass sie ihren anfänglichen Frust ohne weiteres los lassen konnte.

Im Speisesaal angelangt wurde ihr, oder zumindest ihrem Magen, bewusst, wie hungrig sie doch tatsächlich war. demnach ließ sie es sich nicht zwei mal sagen, als sie zu Tisch gebeten wurde und musste auch nicht lange nach etwas suchen was sie kannte und schmecken musste. Es ging einfach nichts über ein gutes Steak. Und wahrlich, die Speisen hier waren genauso gut zubereitet, wie sie es erwartet hatte.
"Mein Lob an die Küche.", musste sie zugeben, als sie sich zufrieden auf dem Stuhl zurücklehnte. Dabei fiel ihr auf... War es für die anderen nicht merkwürdig, dass Tarinax sich mit ihr in einer gänzlich anderen Sprache unterhielt? Dass sie selbst nur diese eine Sprache hier verstand? Neugierig ließ sie den Blick im Saal schweifen und versuchte auch nur ein paar Gesprächsfetzen aufzufangen und zu erraten, worüber die Personen sprechen könnten.

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