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 Imber Cinis

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Umbra

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Di Mai 15, 2018 8:52 pm

Ein wenig musste Akira sich schon beherrschen, nicht an ihrem Essen zu ersticken, als der Elf Paragon genannt wurde. Ein Elf? Ein Zwergenkönig? Was stimmte in dieser Welt nicht? Einzig der Fakt, dass Tarinax von seinem Gefolge angesprochen wurde hielt sie zurück, ihn nicht direkt mit der ihr auf der Zunge liegenden Frage zu konfrontieren. Sie hatte morgen genug Zeit für seine Geschichten. Nun waren die anderen erst einmal dran. Also begnügte sie sich damit das Geschehen zu verfolgen, schließlich hatte sie so etwas lange nicht mehr von anderen erlebt. Sie selbst war es, die damals die Macht einer Adeligen hatte, aber unter den armen wandelte und sich auf ihrer Ebene bewegte, anstatt sich über sie hinweg zu setzen. Es tat gut zu sehen, wie er mit seinen Leuten umging. Und dennoch schien es so unendlich neu und faszinierend zu sein. Eben einfach ein seltenes Bild.

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Alra



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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Di Mai 15, 2018 9:12 pm

Es hilft, sich während dem Essen zu unterhalten. So isst der Elf langsamer, der leider Zeiten gewohnt ist, in denen er jede einzelne Beere verschlungen hat, weil er nicht wusste, ob es noch eine weitere geben wird. Vielleicht hilft ihm auch das, seinem Volk nahe zu sein - er war selbst einmal arm, als Waisenkind, dessen Eltern in einem von ihm verursachten Feuer umkamen. Ein einfaches, gemütliches Leben kennt er nicht, und er kennt die Sorgen und Ängste des Volkes. Er weiss aber, wie er sie lindern kann, und das tut er gerne.

Nach einer guten Dreiviertelstunde lässt er jedoch Messer und Gabel auf dem Teller liegen und schiebt ihn von sich, ein deutliches Zeichen, dass er gesättigt ist. Die meisten anderen haben ebenfalls nichts mehr auf den Tellern und trinken allemals einen Schluck Wein. Die Lautstärke im Saal schwillt an, da dies die passende Gelegenheit ist, mit ihren Kollegen über den erfolgreichen Tag zu sprechen.
Tarinax steht jedoch langsam auf und streckt seine Arme in einer wohlwollenden Geste aus.
"Nun, da wir alle gut gegessen haben, ist es Zeit, die Tafel aufzulösen. Ich danke Euch für Eure Dienste und die Gesellschaft und wünsche eine angenehme Nachtruhe. Wir sehen uns nach meiner Reise wieder.", verabschiedet er sich von allen Anwesenden und erntet als Antwort ein zustimmendes Stmmengewirr, bevor die zahlreichen Diener und Arbeiter sich erheben und ihrer Wege gehen. Lediglich die Küchenjungen und -mädchen bleiben noch, um das Gelage abzuräumen. Oh, und Nesmin, der Tarinax eine Hand auf die Schulter legt und leise ächzt.
"Deine Tafel ist immer gut gedeckt, Ereb." "Nur, wer gut gegessen hat, kann gut arbeiten." "Dein Wort in des Wanderers Ohr! Aber nun erzähl mal, was führt dich fort?"

Die Unterhaltung ist ganz bewusst in der Sprache gehalten, die nur Nesmin, Tarinax und Akira sprechen. Vermutlich will der Alte, dass das Gesagte unter ihnen bleibt. Der Elf bedeutet Letzterer mit einer Handbewegung, ihm zu folgen, und die beiden alten Freunde bewegen sich aus dem Speisesaal, zurück in den Thronsaal. Ganz am Ende steht besagter Thron - ein schlichter, mit grünem Samt bezogener Stuhl mit hoher Lehne, auf dem sich der Stadthalter niedersetzt und es sich gemütlich macht. "Der Schöpfer ruft nach mir. Ich fürchte, mehr kann und werde ich dir nicht sagen. Aber nun lass uns bitte allein. Ich möchte noch mit Akira über unsere Reise sprechen."
"Nun gut. Ich werde die Stadt in deinem Sinne anleiten. Ich kann dich auf dem üblichen Wege kontaktieren?"
Tarinax drückt dem alten Mann seinen Daumen kurz auf die Stirn. Ein kurzes, grünliches Glühen ist vernehmbar, aber hört so schnell wieder auf, wie es gekommen ist. "Jetzt ja. Gute Nacht."

Noch während Nesmin mit langsamen Schritten und leicht gebeugtem Rücken aus dem Thronsaal verschwindet, wendet sich Tarinax endlich Akira zu. Er wirft ihr ein freundliches, aber leicht erschöpftes Lächeln zu. "Meine Gute, ich kann Euch ansehen, dass Ihr Fragen auf der Seele brennen habt. Ich kann Euch noch einige Minuten meiner Zeit zugestehen, dann kommen ein paar Bittsteller, und dann wollten wir...? Achja, die Route und meine Pferde. Bitte entschuldigt, ich werde nach dem Essen immer ein wenig schläfrig.", gibt er zu und sein Lächeln nimmt eine verschmitzte Note an.

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Umbra

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi Mai 16, 2018 7:50 pm

Stumm folgte Akira der ebenso lautlos gehaltenen Bitte, sich den beiden in die Jahre gekommenen Herren anzuschließen. Sie war froh, dass einige der Gäste bereits entschwunden waren, denn langsam lag ihr die Vermutung nahe, ihr plötzliches Auftauchen und die ständige Nähe zu einer der höchsten Personen könnte zu viel Aufmerksamkeit und Gerede erregen. Tatsächlich genoss sie es allerdings nach der guten Speise, einfach vor sich hin denken zu können und den Stimmen der anderen zu lauschen, auch wenn es nun nur noch jene von Tarinax und Nesmin sind.

Mit hinter dem Rücken verschränkten Armen wartete sie leicht seitlich vom Thron, bis sie angesprochen wurde. Kurz verabschiedete sie sich ebenfalls von dem alten Vertrauten mit einem etwas tieferem Knix und einem freundlichen Lächeln, ehe sie sich zu dem Elben umwandte.
"Oh es sind in der Tat einige Fragen. Und auf der Reise werden sicher noch mehr folgen die mir gerade nicht in den Sinn kommen.", bestätigte sie mit einem enthusiastischem Glänzen in den Augen.
"Ihr wurdet vorhin Paragon genannt. Dort wo ich her komme bezeichnet man eine art legendären König so, der in die Halle der Steine als eine Heldenfigur eingegangen ist und als Vorbild der Hinterbliebenen dienlich ist. Ihr seid kein Zwerg und erst Recht kein König der ihren. Was ist hier also die Bezeichnung in eurer Welt für Paragon? Die Unterhaltung hat mich nicht wenig irritiert muss ich zugeben."

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi Mai 16, 2018 8:08 pm

Ein deutliches Schmunzeln umspielt die Augen des Elfen bei Akiras Aussage. Natürlich ist sie neugierig. Sie ist in einer ganz neuen Welt, und wer möchte da nicht so viele Informationen wie nur irgend möglich zusammenkratzen? Ihm ging es vor über zwei Jahrhunderten nicht anders... Und er war ähnlich jung.
Ihre erste Frage lässt das Schmunzeln noch weiter zunehmen. Aber er antwortet träge: "Der legendäre Teil stimmt auch hier. Ein Paragon ist hier unter den Zwergen ein Titel, der den Träger als lebende Legende im Zwergenvolk kennzeichnet. Selbstverständlich wird dieser Titel meist nur an Ihresgleichen verliehen. Die üblichen Gründe sind besondere Erfindungen - ein Paragon hat einst Sprengstoff erfunden - oder Heldentaten, die der Gesamtheit der Zwerge dienlich sind. Verdienste an der Rasse, sozusagen."
Tarinax hält für einen Moment inne und lässt seinen Blick durch den Thronsaal schweifen. Gut, es ist niemand hier, also kann er offen sprechen. "Ich habe die Welt gerettet - und, was für sie viel wichtiger ist, die Adamantiummine nahe der Stadt, für welche die Zwerge exklusive Schürfrechte erhalten haben, verschafft ihnen und mir so viel Platinmünzen, dass sich ein jeder von uns den Hintern vergolden lassen könnte. Und wir hätten immer noch ausgesorgt. Deshalb Paragon."

Der Elf lässt seine Aussage für einen Moment wirken, mit einem belustigten Grinsen im Gesicht. Dieser Ausdruck verblasst jedoch schon bald und er macht es sich bequemer, indem er ein Bein über die Thronlehne schwingt und seinen Arm - und darauf den Kopf - auf der anderen Lehne ablegt. "Scheut Euch niemals davor, zu fragen. Es ist niemals falsch, mehr über seine Umgebung wissen zu wollen, und ich werde Euch gerne an meinem Wissen teilhaben lassen. Vorausgesetzt, es spricht nichts Besonderes dagegen.", meint er dann leise, bevor er sie mit einem Wedeln seiner Hand dazu auffordert, weitere Fragen zu stellen.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Gestern um 8:48 pm

"Nun, seid gewiss, mit Fragen scheut es mich nie.. Ihr bietet viel Stoff zum Fragen." Ein wenig schmunzelte nun auch die junge Dame und ließ sich im Schneidersitz auf den Boden vor Tarinax Füßen nieder.
"Ein Paragon ist also eine Ehrenauszeichnung... Was ist an Platin so besonders? Das Metall kenne ich nicht.
Warum nutzt ihr so oft dieses Rauschraut? Eure Heilerin war nicht wenig erboßt, wo ihr um die Konsequenzen wissen müsstet. Habt ihr doch eine Abhängigkeit?
Warum habt Ihr den Namen Ereb abgelegt?
Wie schafft ihr es, so die Stadt zu führen ohne blind wie der Adel zu sein?
Beschreibt doch noch etwas genauer unsere Handelsroute."
Es sprudelte nur so vor Fragen. Akira musste sich arg zurückhalten, um einmal Luft zu holen und um dem Elben die Gelegenheit zu geben, auch zu antworten. Erst nach ihrer Pause bemerkte sie, dass sie doch schneller als sonst sprach und grinste entschuldigend.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Gestern um 9:53 pm

Es ist ja tatsächlich schon fast ein Fragenkatalog, den Akira ihm da herunterbetet, und er muss sich konzentrieren, um auch sämtliche Fragen auf einmal im Kopf jonglieren zu können. Vorallem muss er sich überlegen, wie und in welcher Reihenfolge er antwortet. Deshalb mustert er Akira eine Minute lang still und nachdenklich, bevor er sich zurücklehnt und beginnt, zu sprechen.
"Das Kraut lindert die Alltagsschmerzen, die nach einem sehr aktiven Leben mit vielen Verletzungen und Nahtoderfahrungen nun einmal auftauchen, und es hilft mir dabei, zu entspannen. Als abhängig würde ich mich allerdings nicht bezeichnen - es ist lediglich ein Genussmittel, welches ich zu schätzen gelernt habe.
Platin ist seltener als Gold, ist widerstandsfähiger und kann für viele Dinge verwendet werden. Mein Spiegel besteht beispielsweise aus Platin - im Gegensatz zu Silber kann Platin nicht anlaufen. Wir benutzen es hier auch für den wertvollsten Schmuck, für die wertwollsten Münzen und, wenn man weiss, wo man fragen muss, auch als Zahnersatz."
Um seine Worte zu unterstreichen, hält er kurz inne und öffnet seinen Mund etwas weiter; gleichzeitig spreizt er die rechte Wange mit einem Finger. Der vorletzte Backenzahn unten rechts und der letzte Backenzahn oben rechts fehlen und wurden mit künstlichen Zähnen aus einem schimmernden Metall ersetzt.
"Ich gehöre schlicht nicht zum Adel und werde es auch nie tun - auch, wenn ich genügend Reichtümer angehäuft habe. Ich bin eine Vollwaise und habe mich in meiner Jugend durchschlagen müssen, indem ich Wölfe oder Bären mithilfe meiner Magie von ihrer Beute vertrieb, wenn ich selbst kein Glück bei der Jagd hatte. Ich weiss, wie es ist, keine Heimat zu haben, zu der ich zurückkehren kann, keine Besitztümer außer der zerschlissenen Kleidung am Körper zu haben, jede Nacht unter einem anderen, selbst gebastelten Unterschlupf zu verbringen, der mich nicht trocken hält... Wenn man solche Erfahrungen gemacht hat, vergisst man das nicht und versucht, so viel wie möglich dafür zu tun, dass Untergebene dieses Schicksal nicht erleiden müssen."
Tarinax streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und seufzt leise.
"Zu meinem Namen..." Er räuspert sich und spricht in einer rhythmischen Stimme:

"Jeden Abend, wenn der Tag schon sein Nachtgewand trägt
- dieses dunkle Blau, von Sternen durchsäht -
steh ich am Fenster und sehe mich selbst
in dem Mantel des Magiers, voller Weisheit und Stolz.
Hab Visionen geschenkt und Träume versteckt,
das Schicksal gelenkt und Ideen geweckt.
Ich habe gelebt, habe erlebt, was Schwarz ist, was Weiß,
nun seh ich die Mitte, das Graue, den Kreis!"

Sobald er geendet hat, lächelt er Akira leicht an - aber dieses Lächeln erreicht seine Augen nicht ganz. Er wirkt, als würde er in die Vergangenheit sehen und sich auf etwas konzentrieren, das vielleicht mal war.
"Ich habe stets gedient, unter dem Namen Ereb Favilla, und nach seiner Wiedergeburt erfüllte der Schöpfer meinen größten Wunsch - ich wollte endlich frei sein. Und nun bin ich das. Ich muss nicht dienen, muss nicht knien, bin mein eigener Herr und kann mein eigenes Schicksal schmieden. Um das lange Kapitel des Dienstes abzuschließen, gab ich mir selbst einen neuen Namen, der das Leben und seine seltsamen Wege zelebriert, die ich nun gehen kann: Tarinax Arcanum, das Mysterium."
Das ist nicht die ganze Wahrheit, aber das muss Akira genügen. Seine wirklichen Beweggründe, um seinen Namen zu ändern, gehen nur ihn etwas an. Aber es klingt plausibel, nicht wahr?
Nun bleibt nur noch ihre Route, die er erklären muss... "Hmmm. Wir haben es nicht übermäßig eilig, deshalb werden wir vorerst drei Tage lang reisen. Unser erster Rastplatz wird an einem See sein - der zweite möglicherweise in einem Dorf, welches ein Freund von mir beschützt. Und am Abend des dritten Tages dürften wir am Sonnentaggebirge erscheinen. Dort schlafen wir in dem Gasthaus, welches sich an der Drachenstation befindet, und lassen uns am nächsten Morgen über die Berge fliegen. Dann sind es noch zwei weitere Tage, bis wir die Hafenstadt erreichen. Dort setzen wir dann über nach Duriat, was bei gutem Wetter einige Tage, bei schlechtem Wetter zwei Wochen dauern kann."
Tarinax ächzt leise, als er sich von seinem Thron erhebt. "Und dann müssen wir noch anderthalb Tage reiten, um zur Grube zu gelangen. Und das ist auch ein guter Punkt, um Eure Fragen zu dämmen - ich werde Euch meine Reittiere vorstellen!"

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