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 Imber Cinis

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Alra



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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Jan 30, 2015 7:17 pm

Tarinax beschränkt sich in seiner Speisenwahl ausschließlich auf Gerichte ohne Fleisch - was vielleicht seine ausgezehrte Figur erklären würde. Denn der Elf mag sehr groß sein, größer als für seine Rasse üblich, aber er sieht definitiv beinahe ungesund aus. Ihn selbst und auch keinen der im Saal Anwesenden stört es allerdings.
Während dem Mittagessen unterhält er sich mit ein paar jener, die zu Tisch sitzen. Über die Zeit hinweg werden seine Sätze immer kürzer; gleichzeitig benötigt er länger, um sich seine Antworten zu überlegen. Dennoch sitzt er aufrecht im Stuhl, blickt in die Runde und ermuntert zum Essen. Selbst rührt er keinen Bissen mehr an.
Sein Blick wandert langsam von einem alten, weißhaarigen Mann, der in seiner Nähe sitzt, zu Akira hinüber. Dann, wie auf ein Zeichen, erheben sich beide Männer. Der alte Mann geht um das Kopfende des Tisches herum, während Tarinax sich verabschiedet. Einmal in der Landessprache, und ein weiteres Mal für Akira.

"Ich fürchte, ich habe noch etwas zu erledigen. Kannst du dich für ein paar Stunden beschäftigen?"

Er wartet nicht auf eine Antwort. Er geht einfach, und das mit einem Tempo - als hätte er es eilig! Es dauert also nicht lange, bis der Stadtrat den Saal verlassen hat. Der Bärtige sieht ihm etwas ärgerlich hinterher, dreht sich aber unvermittelt zu Akira um und zuckt die Schultern.
"Mit über 300 Jahren auf den Schultern würde ich auch gerne noch so schnell sein wie er.", sagt er nicht in der Landessprache, sondern in der Sprache, die nur Tarinax und sie zu sprechen scheinen. Als wäre ihm aufgefallen, dass er vielleicht etwas zu persönlich wurde, verneigt er sich leicht. Sein Rücken gibt nicht viel her, deshalb legt er zusätzlich eine Hand auf sein Herz.
"Verzeiht mir. Ereb bringt nur selten Besucher aus seiner Heimat her, deshalb... Ich bin Nesmin der Dritte, ein alter Freund Erebs. Und wer seid Ihr?"
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Umbra
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Jan 30, 2015 11:03 pm

Ereb? Wer, oder was war ein Ereb? Der Elf hatte sich Akira ganz eindeutig als Tarinax vorgestellt. Und nicht nur das, die Reaktion des Elfs über die Zeit hinweg machte sie bereits vorab stutzig. Sein zweiter mehr oder minder fluchtartiger Aufbruch machte ihn zusätzlich verdächtig. Kein Wunder also, dass sie ihm überrascht und mit Verwirrung im Gesicht stehend nach sah.
Aber über all ihre Verwunderung schaffte sie es dennoch, sich ihre Manieren rechtzeitig in den Geist zu rufen, um die Geste des alten Mannes zu erwidern, der sich ihr offenkundig zugewandt hatte. Höflich wie sie war, stand sie sogar dafür auf und verneigte sich respektvoll ein gutes Stück tiefer, wie der Mann es gekonnt hätte.

"Seid gegrüßt, Nesmin. Mein Name lautet Akira. Aber... Verzeiht. Wer ist Ereb? Ich verstehe nicht ganz.", drückte sie es vorsichtig aus und ließ klamm heimlich den Blick durch den Raum schweifen. War diese Verknüpfung von Ereignissen tatsächlich geplant, oder wurde sie einfach nur paranoid, seitdem Tarinax auf einen Zauber zurückgegriffen hatte, den sie nicht kannte und ihm somit wahrlich alles zutraute? Jedenfalls empfand sie es als wesentlich angenehmer sich einer Person gegenüber wiederzufinden, die sie verstand. Anders, wie beim ersten Mal, wo 'ihr Schöpfer' sie allein zurückgelassen hatte.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Sa Jan 31, 2015 2:25 am

Tarinax nutzt die Tatsache, dass das Rathaus leer ist - wenn man den Speisesaal außen vor lässt -, dazu, sich in eine andere Kluft zu hüllen. Seine weiße Robe und der Lederbeschlag mag zwar für seine privaten Auftritte in Ordnung sein... Aber er hat sich öffentlich gezeigt, also muss er mit Bittstellern rechnen. Frisch umgezogen, huscht er in den Thronsaal und setzt sich auf den reich verzierten Stuhl, der ihm vorbehalten ist. Noch ist niemand da, also kann er die Gelegenheit nutzen, sich endlich einmal auszuruhen... Es dauert keine zwei Minuten, da ist der Elf eingeschlafen.

Nesmin hingegen runzelt ob Akiras Antwort die Stirn. Sie hat neben dem Elfen gesessen, also geht er davon aus, dass beide miteinander vertraut waren. Scheinbar hat er da eine falsche Annahme gemacht... "Auch mir ist es eine Freude, meine Dame", beginnt er höflich und lächelt, wobei die Runzeln um seine Augen tiefer werden. "Ereb hat soeben diesen Raum verlassen. Ich habe ihn schon so genannt, als ich kaum laufen konnte, und ich werde ihn auch immer so nennen. Ihr hingegen dürftet ihn als Tarinax kennen." Der alte Mann nimmt sich einen Krug vom Tisch, der noch nicht benutzt wurde, und schenkt sich vorsichtig Wasser ein. Erst, nachdem er einen tiefen Zug genommen hat, blickt er sich noch einmal um und konzentriert sich dann auf diesen besonderen Gast. "Ich nehme an, Ihr seid erst vor Kurzem angekommen. Würdet Ihr einem alten Mann trotzdem ein wenig Gesellschaft leisten? Vielleicht könnt Ihr mir ja sogar sagen, wo sich Ereb in den letzten Monaten herumgetrieben hat."
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Sa Jan 31, 2015 10:10 pm

Akira überlegte einen kurzen Moment, ehe sie zustimmend nickte. "Es wäre mir ein Vergnügen." Nun, eigentlich war ihr alles recht, solange ihr Gesprächspartner ihre Sprache verstand. Vielleicht konnte sie aus Nesmin ein paar mehr nützliche Informationen herausbekommen, wie aus dem alten Elben, der stellenweise höchst kryptisch sprach. Dann sah sie sich erneut im Raum um, wo sich bereits ein Teil der Masse wieder in Richtung Arbeitsplatz begeben hatten. "Aber sicher nicht hier, oder doch?" In ihrem Unterton konnte man wohl herauslesen, dass sie nicht gerade erpicht darauf war mit den anderen Personen hier zu reden, oder einfach nur ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Beiläufig überlegte sie sich bereits nun, wie sinnvoll es sein konnte, ihm Details vorzuenthalten, oder ob sie ihm offenlegen sollte, wie sie von Drameree hier her kam. Immerhin... Sie war keine Vertraute von Tarinax. Sie kannte ihn erst seit wenigen Stunden und wusste nur, dass der alte Elb äußerst stolz war und mehr Verantwortung auf seinen Schultern trug wie er haben wollte. Zumindest empfand sie es so. Vielleicht misstraute Nesmin ihr dann. Oder der Elb wollte nicht, dass andere etwas derartiges erfahren. Sie war sich nicht sicher, wie er darüber denken würde. Aber er war nicht da, um ihr diese Frage abzunehmen. Also musste sie selbst anhand des Gespräches entscheiden, was sie sagen sollte und worüber sie sich besser ausschweigt.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   So Feb 08, 2015 3:50 pm

Nesmin neigt leicht den Kopf, um sein Verständnis zu signalisieren. Natürlich. Als Fremder muss es Akira unangenehm sein, sich vor einer solchen Menge zu unterhalten - obwohl sie niemand verstehen kann. "Verzeiht, ich habe nicht bedacht... Ich werde Euch einfach den Innenhof zeigen. Auf dem Weg dorthin können wir uns unterhalten." Der alte Mann mit dem weißen Haupt stellt seinen Krug wieder ab und verbirgt seine Hände in den Falten der klassischen weißen Robe, die in dieser Stadt weit verbreitet ist. Mit einer Kopfbewegung signalisiert er der Dame, ihm zu folgen. Natürlich in einem gemächlichen Tempo...
"Also... Seit einiger Zeit war Ereb nirgends zu finden. Selbst seine üblichen Arbeitsräume waren verwaist... Und plötzlich hat er einen Gast aus seiner Welt. Seid Ihr eine Überlebende aus Aladrion?", fragt er schließlich nach ein paar Minuten des Schweigens, in denen er Akira Richtung Innenhof führt.


Zuletzt von Alra am Mo Feb 23, 2015 9:34 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   So Feb 22, 2015 9:24 pm

Akira ließ sich die Worte des Mannes mehrmals durch den Kopf gehen und wandte den Blick auf einen selbst ihr unbekannten Ort weit vor ihr. Der Elb war also selbst nicht hier gebürtig beheimatet, ebenso wenig wie sie. Jedoch kannte sie keinen Ort namens Aladrion. Zu gern wäre sie nun wieder in das Zwielicht eingetaucht und hätte sich mit den alten Seelen unterhalten, um eventuell Aufschluss zu erhalten, so wie sie es zu Hause tat. Jedoch ... waren die Umstände hier anders, sodass sie sich nicht einmal wagte, auch nur im Geiste durch den Schleier zu sprechen. Als sie bemerkte, dass sie immer noch keine Antwort gegeben hatte, schüttelte sie langsam den Kopf und sah Nesmin entschuldigend an. "Verzeiht, ein Ort namens Aladrion ist mir nicht bekannt. Als Gast würde ich mich auch nicht bezeichnen, die Dinge liegen hier ein wenig verstrickter." Sie versuchte sich reichlich vorsichtig auszudrücken. Dann runzelte sie die Stirn. "Ich habe den Weg hier her mehr oder minder durch einen Unfall gefunden. Tari- ich meine Ereb war hier eher ein Opfer meiner..."

Schwarz. Und sie hatte gehofft, ihren Körper schon gänzlich unter Kontrolle zu haben. Wo ihr nun jedoch schwarz vor Augen wurde, sie nichts mehr spüren konnte, war es wohl klar, dass ihr Körper einen Schwächeanfall erlitten haben muss. Warum ihr Geist noch so klar bei Verstand war, konnte sie sich nur so erklären, dass ihre Seele noch nicht vollkommen mit ihrem Körper und allen Funktionen verbunden war. Oder mit dem Manastrom den sie nur stellenweise wahrnehmen konnte. Sie fragte sich, ob ihr Gesicht die selbe gefrustete Mine haben konnte, wie sie sich gerade fühlte. Aber sie konnte nur abwarten, bis ihr Körper sich erholte...

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do Feb 26, 2015 3:51 pm

Nesmin krault sich nachdenklich seinen Bart, als Akira beginnt, ihm zu antworten. Kein Gast? Nun, vielleicht sieht sie sich nicht als solcher, aber sie ist definitiv ein Gast des Elfen. Dass sie Aladrion nicht kennt, lässt ihn aber stutzig werden. Bevor er jedoch nachfragen kann, geben die Beine der Frau so plötzlich nach, dass der alte Mann nicht schnell genug reagieren kann, um ihren Sturz zu bremsen. Und Marmor ist nicht gerade weich... Also kniet er sich ächzend hin und schüttelt die Frau leicht. "Akira? Akira?! Hört Ihr mich?" Keine Antwort. Aber ihre Brust hebt und senkt sich leicht, also atmet sie noch... Er dreht sie auf ihre Seite und geht Hilfe holen...


Tarinax schreckt von seinem heimlichen Nickerchen hoch, als nur wenig später ein junger Dienstbote in den Thronsaal hereinstürzt und ihm die Nachricht überbringt, dass Akira 'plötzlich umgefallen' ist. Da er weiss, dass Nesmin zuletzt mit ihr beschäftigt war, eilt er auf der Suche nach ihm durch das Rathaus. Er findet ihn schließlich in der Zimmerflucht, welche seinen Gästen vorbehalten ist. Nesmin, der da ein alter Freund von ihm ist, weiss schließlich, wo sich diese befinden. Mitten im Gang redet Nesmin auch schon aufgeregt los:
"Ereb, sie ist mitten im Gespräch ohnmächtig geworden. Der Medicus schafft es nicht, sie aufzuwecken..." "Schon gut, Nesmin, ich weiss, dass du dafür nichts kannst. Bring mich einfach zu ihr und ich sehe, was ich tun kann."
Nesmin führt ihn in den Raum hinein, wo Akira in ein Bett gelegt wurde. Und sicher, der Medicus ist über sie gebeugt und versucht, ihrem Körper mit Riechsalz Beine zu machen - vermutlich, nachdem er keinen körperlichen Grund für die Ohnmacht entdeckt hat.
"Irgendetwas, was du mir berichten kannst, Ashas?" "Nein... Mit ihr ist alles in Ordnung, außer, dass sie nicht bei Bewusstsein ist."
Tarinax seufzt und schickt den Medicus Ashas weg. Er kann ohnehin nichts tun. An seiner statt setzt sich der Elf also auf die Bettkante und nimmt Akiras Hand, um eine Verbindung zu ihr aufzubauen. Nicht nur körperlich - auch seine magischen Sinne durchleuchten sie, in der Hoffnung, irgendetwas zu finden.

"Ereb? Ist alles in Ordnung?"
Er antwortet nicht auf Nesmins Frage, lässt allerdings Akiras Hand wieder los und steht auf. Ein kleines Regal mit Büchern steht an einer der Zimmerwände. Nach kurzer Überlegung nimmt er sich eines davon heraus und geht wieder zur Tür.
"Ereb?!"
"Keine Sorge, sie ist noch da. Allerdings hat das Weltenwandern einen Preis, wenn man es nicht gewohnt ist. Sie hat lediglich Probleme, sich an diese Welt zu gewöhnen... Und wir sollten ihr die Zeit lassen, die sie braucht."
Diese Lüge erzählt er mit einem Lächeln auf den Lippen - weshalb Nesmin sie ihm glaubt und mit ihm den Raum verlässt.

Tarinax kommt an diesem Tag regelmäßig für ein paar Minuten in den Raum, um nochmal nach ihr zu sehen und sie zu untersuchen. Aber er kann trotzdem nicht in Erfahrung bringen, was nicht stimmt. Er weiss nur, dass ihre Seele noch da ist - aber irgendetwas blockiert sie. Oder der Mangel von irgendetwas.

Mitten in der Nacht, als der Mond schon weit oben im Himmel steht, öffnet sich die Tür zum Zimmer erneut. Diesmal ist es aber nicht der Elf, der in das Mondlicht tritt, welches sanft durch das Fenster hineinstrahlt. Auch Nesmin ist es nicht. Es ist ein anderer Mensch, der sich ungesehen Zugang verschafft hat und sich nun dem Bett nähert. Seine Absichten sind allerdings harmlos. Auch er nimmt die Hand der Frau in die Seine und horcht - bis er überrascht zusammenzuckt.
"Findet Ihr es gerecht, den Gott des Willens im Dunkeln tappen zu lassen, Tochter der Drachen?", fragt er leise und starrt den - noch- reglosen Körper zornig an.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do Feb 26, 2015 8:14 pm

"Akira? Akira?! Hört Ihr mich?"
Natürlich hörte sie. In diesem Zustand hörte sie sogar seinen Herzschlag. Aber... Sie konnte keinen Muskel rühren.

... Wie viele Stunden sind schon vergangen? Sie wusste es nicht. Sie hörte manchmal die Stimmen von Nesmin, jemanden Fremdes und von Tarinax. Oder Ereb. Wie auch immer, ihr war es im Moment gleich. Wobei sie es umso mehr ärgerte, dass sie spürte, wie dieser Elf auch auf höhere Ebene versuchte eine Verbindung aufzubauen, aber nie eine direkte Verbindung zuließ, worin sie sich ihm gegenüber hätte erklären können. Stattdessen log er diesen bärtigen, viel zu weißen Menschen an, was ihr bestätigte, dass sie besser stillschweigen über ihre eigentliche Situation bewahren sollte.

"Findet Ihr es gerecht, den Gott des Willens im Dunkeln tappen zu lassen, Tochter der Drachen?"
Sie spürte die Berührung. Und sie merkte, wie sich ihr Magen zusammen zog, als sie die Worte des Fremdlings hörte. Es waren weitere Stunden vergangen, viele Stunden. Ohne ihr Zeitgefühl wusste sie nicht, ob die Nacht noch zum selben Tag gehörte, wo sie umgefallen war, oder ob viel mehr Zeit ins Land geflossen war. Aber doch, sie saß wieder aufrecht, starrte den Fremdling mit geweiteten Augen an. "Woher-" Ihre Atemnot ließ es nicht zu, den Satz zu Ende zu sprechen. Sie hatte ihren Körper wirklich nicht mehr gespürt und hatte nun Probleme, ihn wieder unter Kontrolle zu bringen, wo er scheinbar ausgeruht genug war um aufzuwachen. Ihre Gedanken jedoch kreisten sich nur um eines- Was im Namen des Erbauers war der Mann vor ihr, warum blickte er zornig drein und woher wusste er mehr von ihr, wie Tarinax es je hätte in Erfahrung bringen können?

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do Feb 26, 2015 9:10 pm

Der fremde Mann lässt die Hand, die er gehalten hat, los, als Akira sich aufsetzt. Er braucht den Kontakt nicht mehr, da sie die Verbindung zu ihrem Körper wiederhergestellt hat. Aber noch immer spürt er deutlich, was er entdeckt hat - eine Drachenseele lebt zusammen mit ihr in diesem Körper. Und das verleiht ihr mehr Macht, als dieser Körper ertragen kann. Die Thaumspeicher sind zu klein, um mit diesem Manastrom fertig zu werden...

"Woher ich weiss, wer Ihr seid? Ich bin der Weltgeist. Ihr wurdet dank dem Gott des Willens Teil dieser Welt. Er hat einen Splitter seiner Göttlichkeit benutzt, um wahres Leben zu erschaffen. Leben, welches einen freien Willen hat. Igendwie seid Ihr daraus entstanden. Und da Ihr Teil dieser Welt seid, seid Ihr ein Teil von mir."

Der Weltgeist geht ein paar Schritte und Mondlicht scheint ihm ins Gesicht. Er wirkt jünger als Tarinax, hat haselnussbraunes Haar und tiefblaue Augen. Jetzt ist es ein kaltes Blau, hart wie der Zug im Gesicht.

"Warum verschweigt Ihr Tarinax, was Ihr seid? Habt Ihr Angst, dass er Euch verstoßen würde? Seine Schöpfung? Sein Kind? Närrin. Er, der er als junger Gott nichts weiter ersehnt als ein Volk?"
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do Feb 26, 2015 11:09 pm

"Maßt euch nicht zu viel an zu wissen...." Dieser Satz kam nicht direkt von ihr, es war ein Impuls von Lumesehyr, der ihr ein wütendes Kribbeln durch den Körper jagte. Sie erwiderte seinen kalten Blick, mit einer für Drachen typischen Sturheit, die Tarinax bereits kennenlernen durfte, als er Akira vom Markt fort führte.
Den Rest von dem, was der Mann sagte, erfreute sich zwar genug Aufmerksamkeit um verstanden zu werden, jedoch zu wenig, um kommentiert zu werden. Oder eher, es war zu viel auf einmal, als dass Akira alles abwog, wo sie dank ihrem Alter-Ego einen Emotionsschub erhielt. Nur seine letzten Fragen blieben wie ein Echo, sodass Akira unwillkürlich darauf reagierte.
"Ich bin keine Schöpfung. Nur dieser Körper wurde geschaffen. Nur weil ich einen Fehler gemacht habe, heißt es nicht, ich wäre eine Neuschöpfung und gänzlich verloren, oder Teil eines Volkes von einem Möchtegerngott. Wovor soll ich Angst haben? Ich bat nicht darum, meine Seele an einen Körper zu binden. Ich wollte ursprünglich nicht einmal wissen, dass es diese Welt gibt." Sie stand jäh auf, stets einen gehobenen aufrechten Stand beibehaltend und ging wenige Schritte auf den Mann zu. Natürlich zitterten ihre Beine immer noch, aber sie ignorierte dieses Gefühl, jeden Moment wieder umfallen zu wollen.
Dann, ohne jede Vorwarnung, verschwand die anfängliche Wut und ließ Akiras vernebelte Gedanken auf das Wesentliche zurück schweifen. Die Bindung zu Lumesehyr, die sie kurz spüre, ist bereits wieder abgerissen. Es würde noch viel Arbeit auf sie waren, über die hier herrschenden Manaströme, oder was auch immer es war, zu herrschen, um ihre Bande zu der Geister- und Sphärenwelt neu zu knüpfen.
Sie seufzte, ließ ihren Blick von dem Weltengeist ab und wandte sich dem Fenster mit Mondschein zu, wobei sie einige Momente schweigend vor sich hin starrte.
War sie nicht eigentlich einfach nur belustigt von dem alten Elben gewesen? Hatte sie ihn mit ihrer Geheimhaltung wirklich gekränkt, wo sie ihn nur necken wollte? Vielleicht hatte sie seine Gastfreundschaft wirklich mit Füßen getreten.
Die Person, die nun hier stand, war zumindest gänzlich anders, wie Nesmin. Ihm brauchte sie nichts vor zu machen, noch wäre es klug gewesen sich mehr anzumaßen, wie sie ausbügeln konnte. Und sie wollte nicht einmal, dass sich jemand angegriffen oder gar gekränkt fühlte. Für sie war es trotz jeglicher Vernunft mehr wie ein Spiel.

So denkend schüttelte sie abrupt den Kopf und lehnte sich auf den Fensterrahmen, der das Zimmer mit Mondlicht flutete und sah zum nächtlichen Himmel hinauf. Den Mann im Rücken habend.
"Verzeiht.. Ich fange noch einmal von Vorne an. Es freut mich, einen Weltengeist kennen zu lernen, auch wenn sich mir nicht gänzlich erschließt, was das sein soll. Es ergab sich mir noch kein Moment, sich dem Schöpfer dieses Körpers gänzlich zu erklären, wenn er sich denn korrekt äußern würde. Da ich nicht aus freien Stücken an diese Welt gebunden wurde, wüsste ich auch nicht wovor ich Angst haben sollte. Ich.... Lerne schlicht.", gestand sie, wieder ihres klaren Geistes bemächtigt. Und diese Erklärung klang bei Weiten besser als das, was Lumesehyr dachte. Auch, wenn der Stolz nun einem eher ernüchternden Gefühl von Zweifel und einem enormen Fehltritt wich, wo der Fremdling erwähnte, der Elb wollte scheinbar etwas erschaffen, was ihm glich. Wodurch Tarinax sich scheinbar selbst nichts so wirklich zuzuordnen vermochte, wodurch seine Arbeit auf irgendeine Art geglückt war. Schließlich war sie weit entfernt von dem, was diese Welt als "gleich" bezeichnen konnte.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi März 11, 2015 5:46 pm

Der Schöpfer weiss nicht recht, ob er ob der unbedachten Äußerungen der Drachentochter anfangen soll, zu lachen, oder ob er Tarinax einen Gefallen tun und sie erwürgen soll. Diese Unwissenheit! Diese Arroganz! Während die Unwissenheit vielleicht noch verständlich ist - schließlich wurde sie erst vor kurzem in diese Welt hineingeboren -, ist die Arroganz etwas, was sie sich nicht leisten kann. Und das muss er ihr zu verstehen geben, bevor Tarinax selbst es tut.
"Dieser Körper ist eine Schöpfung - und ob Ihr es wolltet oder nicht, Ihr wurdet in diesen Körper hineingeboren. Ihr solltet das Beste daraus machen - mit dem Elfengott. Ohne ihn seid Ihr verloren."
Der Weltgeist starrt Akira entgegen und weicht nicht um ein Jota zurück, als sie sich ihm in einer offensichtlichen Herausforderung nähert... Und legt die Hände hinter dem Rücken zusammen, als die Kampfeslust aus ihr weicht wie Luft aus einem Jutesack. Einer seiner Mundwinkel hebt sich in einem leicht spöttischen Lächeln. Scheint so, als würde sie einen inneren Kampf austragen. Vielleicht benutzt sie aber auch endlich ihr Gehirn und hat ihren groben Fehler bemerkt.
Als sie wieder zu sprechen beginnt, kann er trotz des Zornes, den er ihr gegenüber empfindet, trotzdem nicht verhindern, dass ein amüsiertes Grinsen seine verhärteten Züge aufweicht. Natürlich...
"Ein Weltgeist ist die Inkarnation der Welt. Man könnte mich also als Fleisch gewordenes Darka bezeichnen. Ich sehe alles, was in dieser Welt passiert, zum selben Zeitpunkt, und spüre, wie es Darka geht. Und Tarinax? Man nennt ihn nicht umsonst 'das Mysterium'. Ich habe dennoch nicht gescherzt, als ich ihn als Gott bezeichnete. Ich kann Euch gerne mehr erzählen, wenn es Euch hilft. Ich denke nicht, dass er etwas dagegen hat."
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi März 11, 2015 9:35 pm

Erst, als der Weltengeist sich zu erklären begann, wandte Akira sich wieder vom Himmel ab und sah erneut in die Mine ihres Gegenübers, die überraschender Weise nicht mehr so finster aussah, wie noch einige Momente zuvor. Kurz überlegend legte sie den Kopf leicht schief und beäugte den Mann nun mehr neugierig, fast schon mit tiefer Bewunderung. "Verstehe, dann seid ihr das, was in meiner Welt Gaia ist." Dann verzog sie nur ganz kurz das Gesicht, sprach ihren Gedanken jedoch nicht laut aus: //Ich beneide ihn wahrlich nicht darum, ich bin ja schon manchmal mit Lumesehyr und seinen Launen überfordert.//
"Nun,...", führte sie schnell fort, ".. ich wäre für alles dankbar, was ihr mir erzählen könnt und wollt. Wobei.... Können sicherlich zu weit gegriffen ist." Sie schmunzelte. Das, was sie wissen musste, um die Welt zu verstehen war sicher nur ein Bruchteil von dem, was ein Weltengeist zu wissen vermochte. "Fangen wir doch damit an, warum Nesmin Tarinax Ereb genannt hat und wie diese Welt beschaffen ist. Ich habe erhebliche Probleme Manaströme überhaupt zu bemerken, was das Band mit Lumesehyr stark beeinträchtigt." Sollte er ihr darüber Auskunft geben, so würde sie sich sicherlich besser in ihrem Körper zurecht finden, bevor sie versuchen wollte, die Bevölkerung und ihre Geschichte von Darka zu verstehen.
Beiläufig ging sie langsam rückwärts wieder auf ihr Bett zu. Sie war immer noch schwach, was ihr stark missfiel. Sich die Blöße geben, eventuell ein weiteres Mal zusammenzusacken, wollte sie jedoch ebenso wenig.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do März 12, 2015 6:14 pm

Der Schöpfer legt bei der Erwähnung Gaias den Kopf leicht schief. Irgendwoher hat er diesen Namen schonmal gehört, aber er kann sich nicht entsinnen, wann und wo. Vielleicht in einem Gespräch mit Tarinax? "Mutter Erde...?", murmelt er in sich hinein; versucht, diesen Informationsfetzen einzuordnen. Ohne Erfolg. Kein Wunder, schließlich ist 'Gaia' kein Teil von Darka. Um sich von dem Gedanken abzulenken, mustert er das Gesicht der Schöpfung Tarinax' interessiert. Gerade, als sie beginnt, Fragen zu stellen...
"Ich könnte Euch mehr erzählen, als Ihr Euch vorstellen könnt. Und es sind Dinge darunter, die Ihr nicht wissen wollt, vertraut mir." Nun lächelt er beinahe, wendet den Blick aber nun selbst zum Fenster, um nicht zu sehr zu starren. Gerade die erste Frage ist eine, die ihm selbst viel Mühe abverlangt. Schließlich kennt er nicht alle Hintergründe. Er erzählt trotzden...
"Ereb Favilla ist der ursprüngliche Name des Elfen. Unter diesem Namen hat er seine Wahlheimat Aladrion gerettet, indem er die Invasion der 'Heiden' aufgehalten hat - die jegliche Zivilisation vernichten wollten, um der Natur ihren Raum zurückzugeben. Ihr Anführer war ein Dämon. Unter diesem Namen kam er nach Darka, wurde zum Avatar des Wanderers Salias, und im Laufe von zwei Äonen, oder Jahrhunderten, wie Ihr wollt, wurde er nicht nur zum einzigen Elfen, der sich als 'Paragon der Zwerge' bezeichnen kann, und zu einem in ganz Darka gefeierten Helden, sondern nach und nach zum Avatar aller fünf Nebelgötter. Dann vereinte er sieben Schwerter - die sechs Götterschwerter Zufall, Schicksal, Heldenfaust, Dämonenklaue, Engelshand und Bestienzähmer; und Origo -, um mein Schwert Antagon neu zu schmieden und mich ins Leben zurückzuholen. Ich, der Schöpfer, bin vor unsagbar langer Zeit gestorben, und mit meiner Wiedergeburt erfüllte Ereb Favilla eine Prophezeiung und rettete diese Welt vor der sicheren Vernichtung durch den Zwist der Nebelgötter. Kurz gesagt, er wurde zum Avatar des Schöpfers - meinem Avatar - und damit zu einem Symbol."
Der Schöpfer lächelt versonnen, als er sich zurückerinnert, was damals geschehen ist. Es scheinen gute Erinnerungen zu sein.
"Aber Ereb wollte diesen Ruhm nicht. Ich bat ihm den Weltenthron an, denn sein wahrer Platz wäre auf jenem Thron gewesen - als Weltgeist, weil er Darka mehr als jeder andere verkörpert. Das hätte Unsterblichkeit bedeutet, so lange dieser Planet lebt. Er schlug das Angebot aus, denn er wollte endlich, nach über 200 Jahren, wieder selbst bestimmen, was er tut. Er wollte frei und unabhängig sein. Und das ist er nun. Er gab sich einen neuen Namen, ein neues Aussehen - er ist ein sehr mächtiger und talentierter Magier - und kehrte nach Aladrion zurück, seine Heimat..." Er hält inne und blickt Akira an, die merklich... Schwach auf den Beinen wirkt. Kein Wunder. Das Weltenwandern verbraucht beinahe alle Ressourcen eines Körpers... "Ihr werdet Euch noch ein paar Tage schwach fühlen. Ihr habt eine schwere Reise hinter Euch... Aber ich werde Euch helfen. Konntet Ihr mir soweit folgen? Wenn nicht, fragt."
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do März 12, 2015 9:36 pm

Akira horchte gebannt den Worten des Mannes vom Bette aus. Sie war schon immer sehr wissbegierig und lernfreudig, so war es wenig verwunderlich, dass sie alle Informationen förmlich einsog. Dennoch legte sie die Stirn in Falten und musste sich scheinbar ehrlich das Lachen verkneifen. Bevor sie ihre Fragen ausformulierte, hielt sie also einen extra Moment inne und atmete tief aus.
"Verzeiht. Nunja es gibt einige Begriffe, die denke ich nähere Erklärung bedürfen. Da wäre zu erst 'Avatar'. Ist damit wirklich ein Abbild gemeint? Was macht einen Avatar genau aus? Und..." Sie musste sich wieder ein mildes Lachen verkneifen, konnte aber nicht umhin zu grinsen. "Nebelgötter. Was sind Nebelgötter? Unter meinem Volk werden .. spezielle... Heiler Nebelwirker genannt, ich mag aber stark bezweifeln, dass Nebelgötter ebenso wirr im Geiste sind und sich auf Kräuter beruhen, oder?" Auch wenn es ebenso amüsant war, dass ein Elb als 'Paragon der Zwerge' bezeichnet wurde. In ihrer Heimat, auf dem Kontinent Glacelion war es undenkbar, dass Zwerg und Elb je auf einen grünen Zweig gekommen wären. Weniger, wegen des Größenunterschiedes, als aufgrund der Tatsache, dass Zwerge die Magie verpönten und Drachen, als die stärksten magischen Wesen, als Erzfeinde betrachteten. Der Rest jedoch erschien Akira logisch genug, als dass sie den eigentlichen Inhalt der Erzählungen auch wirklich verstand. Darum fragte sie nicht weiter nach. Sie wollte den Weltengeist so viel wie möglich erklären lassen. Wo sie ihn so ausfragen konnte, vergaß sie völlig die anfänglichen Schwierigkeiten, sondern faszinierte sich einfach nur für die fremde Welt. Auf Drameree wäre sie nie auf die Idee gekommen, jemals in eine andere Welt hineingeboren zu werden und mit ihrem Wissen trotzdem einen gänzlichen Neustart hinlegen zu können. Erst jetzt verstand sie tatsächlich, was sich für Möglichkeiten aus diesem Unfall ergeben könnten. Und sie wollte diese gewiss nutzen.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr März 13, 2015 7:57 am

Und sie fragt, was dem Schöpfer eine Freude bereitet. Auch wenn er den Grund für ihr verdruckstes Kichern nicht versteht. Sicher wird sich das aber im Laufe Ihrer Fragestellungen erklären.
"Nun... Nein. Die Avatare eines Gottes, auch wenn sie meist nur einen haben, sind weniger ein Abbild des Gottes, sondern seine höchsten Diener, die Generäle seiner Streitmächte, und ihnen wird ein Teil der Macht ihres Gottes geschenkt. So wäre der Avatar einer Wassergöttin in der Lage, dieses Element bishin zur Perfektion zu manipulieren. Außerdem können manche Avatare eine Verwandlung vollziehen, um ihrem Element näher zu sein. Ich glaube, Tarinax meinte einmal, dass sie in seiner Welt 'Champion' genannt wurden."
Der Schöpfer reibt sich mit seinem Daumen am Kinn, da Akira ihn so seltsam angrinst... Ah, ja. Die Nebelgötter bringen sie zum Lachen. "Nein. Die Nebelgötter haben nichts mit einem Rausch zu tun und sind auch nicht wahnsinnig. Es sind Fünflinge, die bei meinem Tod ins Leben traten und als Gottkönige herrschten, jeder auf seine Weise, jeder in seinem Element. Sie heißen Scir, der weiße Ritter, Nekarg, der Todesschatten, Elmen, der gnadenlose Richter, Marduk In, die reißende Bestie und schließlich Salias, den Wanderer. Jeder herrscht auch heute noch über sein eigenes, großes Königreich, doch ich denke, Ihr werdet sie noch früh genug kennenlernen." Nun grinst der Schöpfer selbst. Er weiss über die Wanderslust des Elfen, der alle paar Jahre durch sämtliche Reiche in Darka reist, um neue Erkenntnisse über die Welt zu sammeln und das Verständnis zwischen den Göttervölkern zu fördern. Und er weiss auch, dass Nesmin zu alt geworden ist, um ihn auf diesen Reisen zu begleiten. Arme Akira. Aber er als Weltgeist freut sich schon darauf, diese Reise zu beobachten.
"Jedenfalls hat Ereb", setzt er an, "sich fortan Tarinax Arcanum, das Mysterium genannt. Und durch eine Verkettung von Ereignissen in Aladrion wurde er zu einem Gott. Über die Hintergründe sprach er nicht mit mir, also müsst Ihr ihn selbst fragen. Ich weiss nur, dass er ein Gott ohne Volk ist... Nun ja, nicht ganz. Aber eine Person ist kein Volk." Der Schöpfer lächelt Akira fast herausfordernd an, beinahe, als würde er sie zum Widerspruch auffordern. Dabei kann sie nicht leugnen, dass sie zum Mysterium gehört. Ihre Manaspuren - wenngleich sie sehr schwach sind - gleichen denen des Elfen.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mo März 16, 2015 7:35 pm

Aufmerksam verfolgte Akira weiterhin die Erklärungen des Weltengeistes, bis er seine letzten Bemerkungen aussprach. Die bisher freundlich wirkende Mine der einst Drachengeborenen verhärteten sich jäh und sie zog eine Augenbraue hoch. Diese Aufforderung war unmissverständlich und sie wusste wahrscheinlich ebenso gut wie er selbst, dass er sie mit dieser Aussage in eine "Schach Matt"-Situation eingeflochten hatte. Natürlich wollte sie widersprechen, aber würde sie dies tun, so würde sie ihm Bestätigung zuteil werden lassen, was ihn ebenso gewinnen lassen würde, als wenn sie es dabei belassen würde.
Ein Donnergrollen untermalte die aufkommende knisternde Laune, die das Handeln des Mannes heraufbeschworen hatte. Natürlich hatte sich Akira diesmal selbst im Griff, was jedoch nichts an ihem angriffslustigen Temperament zügelte.
"Nun, wie es um diesen Körper steht ist vielleicht unverkennbar, die Seele die in ihm haust jedoch ist ihrem eigenen Volk, den Sha'lou treu ergeben." Versuchte sie möglichst geschickt zu antworten und wandte den Blick wieder zum Fenster, gerade rechtzeitig, um mit kurz aufflackernder Sehnsucht den Himmel einen Augenblick lang erhellt betrachten zu können.
Mit dieser Antwort ließ sie alles offen und, was noch viel wichtiger war, sie beleidigte damit nicht ihre körperliche Existenz, die tatsächlich an Tarinax gebunden war. Ihr Geist jedoch hatte die freien Schwingen eines Drachen, dessen Wille nur dem Wind unterworfen war.
Um ihre Bemerkung jedoch nicht alleine im Raume stehen zu lassen, fuhr sie sogleich fort, wobei sich ihre Gesichtszüge wieder lockerten und wieder so freundlich wie zuvor wirkten: "Was mich noch interessieren würde... Ihr nanntet Aladrion als Tarinax seine Wahlheimat. Ist Aladrion teil dieser Welt? Von Darka? Ich meine mich entsinnen zu können, dass es hieß, Tarinax würde selbst nicht von hier stammen, weswegen es ihn verwunderte, warum ich ausgerechnet seine Sprache spreche. Und... Von alledem, wird es in Ordnung sein, dass ich darüber frei mit ihm sprechen kann, oder gibt es Dinge, die ich besser ihn erneut erzählen lassen soll, wenn ihm der Moment recht erscheint?"
Sie könnte sich vorstellen, dass es nicht jedem gefällt, wenn eine "Neuschöpfung" auf einmal mit Worten und Wissensfetzen um sich wirft, die man selbst nicht erwähnt hatte.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Di März 17, 2015 7:47 pm

Die leichte Provokation scheint gewirkt zu haben, und der Weltgeist quittiert die harten Züge mit einem leicht entrückten Lächeln, beinahe so, als würde es ihm Spaß machen, die kleinen Ecken und Kanten Akiras zu berühren. Nun, wenn man üblicherweise den ganzen Tag auf dem Weltenthron sitzt, wird es vielleicht langweilig?
Das Donnergrollen lenkt seine Aufmerksamkeit jedoch nach draussen. Seine Ohren sind weiterhin gespitzt, aber es wirkt so, als würde er Akira für einen Moment ignorieren, gerade, weil er nicht einmal einen Laut des Verstehens auf ihre Aussage hin gibt. Der Blitz erhellt nicht nur den verhangenen Nachthimmel, sondern auch das Antlitz des Schöpfers. Noch immer ist dieses seltsame Lächeln in seinem Gesicht, aber es erreicht die tiefblauen Augen nicht. Jene sind in die Ferne gerichtet, nichtssehend, wobei das bei einem Wesen wie ihm nicht unbedingt zutreffen muss. Schließlich sieht er alles und jeden - wer weiss? Dennoch findet er langsam seine Stimme wieder.
"Sha'lou nennt sich Euer Volk der Drachengeborenen? Interessant." Er geht ein paar Schritte näher zum Fenster - gerade rechtzeitig, denn die ersten Tropfen fallen vom Himmel und laufen die Fensterscheibe hinunter. "Darka wird sowohl von richtigen Drachen, als auch von Drakoiden bewohnt. In dieser Hinsicht seid Ihr also nicht allein in dieser Welt. Zudem... Es verlangt niemand, dass Eure Treue Eurem Ursprung gegenüber verwässert wird. Im Gegenteil, sei stolz! Aber Ihr solltet dennoch Eure Möglichkeiten ausschöpfen. Ihr versteht sicher." Er dreht das Gesicht zur Seite und blickt Akira mit einem Auge an. Das Lächeln ist verschwunden; stattdessen zuckt er die Schultern und fährt sich durch das haselnussbraune Haar. "Nein, Aladrion war niemals Teil dieser Welt. Tarinax kam selbst durch das Abyss, das Weltenwandern, hierher, aber das ist eine längere Geschichte und, wie gesagt, schon über zweihundert Jahre her. Darüber solltet Ihr ihn selbst fragen. Ich wüsste allerdings nicht, warum Ihr nicht mit ihm darüber reden könntet."
Plötzlich macht er eine Drehung und verringert die Entfernung zu Akira mit ein paar schnellen Schritten. Er erklärt nicht, er sagt nichts weiter. Er streckt einfach nur den Zeigefinger aus und drückt ihn zwischen ihre Augen, auf ihre Nasenwurzel. Und kaum kommt die Berührung zustande, schlägt seine Magie Wellen. Nicht nach außen, sondern nach innen, in die Drachentochter hinein. Er hat bemerkt, dass ihre Magieströme nicht... Richtig sind. Unausgeglichen, nicht für die ihr innewohnende Kraft geeignet. Auf eine andere Seele zugeschnitten. Und diese 'Fehlkalibrierung' korrigiert er jetzt. Er passt an... Und dämmt, denn er kann viel Potenzial spüren. Wenn dieses sofort freigesetzt würde, könnte das den geistigen Tod zur Folge haben.
All das dauert nur einen Moment und gleichzeitig eine Ewigkeit. Als sein Werk vollbracht ist, lässt er seine Hand sinken und lächelt erneut.
"Ihr dürftet Euch noch ein paar Tage lang schwach fühlen, aber Ihr werdet nun besser zurechtkommen. Erwartet nicht zu viel, aber die Verbindung zu Eurem Volk dürfte schon bald stärker werden. Geduld."
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Di März 17, 2015 9:00 pm

Mehr wie blinzeln konnte Akira nicht, als der Weltengeist eine so unvorhergesehene Handlung vollzog und sie sein Handeln spürbar nachvollziehen konnte. Sie schüttelte sich, als er die Hand sinken ließ und rieb sich den Kopf. Dieses... 'Geradebiegen' der Manaströme fühlte sich im ersten Moment schmerzhaft an, dann jedoch vertrauter. Ganz so, als hätte man einen eingeknickten Schlauch wieder in seine ursprüngliche Form gelassen. "...Danke." brachte sie im ersten Moment nur hervor, ehe sie sich durch ein weiteres Donnergrollen und aufmerksamkeitsheischende Tropfen am Fenster wieder gänzlich zu Verstand brachten. "Aber eines möchte ich noch klar stellen, falls ihr euch den Begriff Sha'lou merken wollt. Wir sind keine Drachengeborenen, wir sind Spiritgeborene, wenn man es so nennen will. Meine Geburt war geleitet von den Moiren, es erging von unserem Volk Jahrhunderte lang kein Drache mehr. Dafür viele Mantikore, Greife, Fuchsgeister und ähnliches. Nur, damit ihr keinen all zu falschen Zusammenhang meines Volkes habt." Bei dieser Erwähnung legte sich ein mildes Lächeln über ihre Lippen. Es war tatsächlich wie sie sagte. Jedoch kam sie nicht umhin, ihr Dasein mit Stolz zu verkünden, wo sie das besondere Glück hatte tatsächlich mehr Drache als Mensch zu sein. So schwer ihre Vergangenheit auch an ihr nagte, so befreiend war es doch, als Drache durch die Lüfte gleiten zu können.
Weitere Blitze. Das Gewitter zog scheinbar genau über sie hinweg und hatte noch nicht sein volles Potential entfaltet.
"Macht es euch etwas aus, wenn wir..." sie sah zum Fenster "... die Unterhaltung draußen fortfühen?"

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Di März 17, 2015 10:06 pm

Der Schöpfer neigt sachte den Kopf zur Anerkennung des Dankes. "Es war mir eine Freude.", antwortet er schlicht, gibt aber keinerlei Auskunft darüber, warum er das getan hat. Das muss er auch nicht. Stattdessen dreht er sich wieder dem Unwetter zu. Der Regen nimmt nur langsam an Fahrt auf und er kann auch keinen Wind hören. Gut, das Fenster ist geschlossen, aber es scheint nicht so, als würde es groß stürmen.
"Das klingt so, als würde Eurem Volk bei der Geburt eine zweite Seele 'eingepflanzt'. Außerdem weiss ich nicht, was Moiren sind. Ihr werdet allerdings weiterhin als 'Drachengeborene' in meiner Erinnerung bleiben - selbst, wenn Ihr mir Euren Namen nennen würdet."
Das Lächeln des Schöpfers nimmt eine verschmitzte Note an. Dieser Austausch ist völlig an den Beiden vorbeigegangen. Dafür hatten sie einfach nicht die richtige Gelegenheit...? Aber es ist Nacht, und niemand ist auf den Beinen, um sie am Austausch dieser Höflichkeiten zu hindern.
Nun leuchten allerdings weitere Blitze ganz in der Nähe auf, und seine Aufmerksamkeit wird erneut nach draussen gelenkt. Die Naturgewalten aus der Nähe zu beobachten ist für den Schöpfer eine besondere Gelegenheit. Tief unter der Erde, wo sein Reich ist, sieht er sie nie mit eigenen Augen. Aber wenn er tief in sich geht, kann er die Erschütterungen der Erde dort spüren, wo die Blitze einschlagen, kann die brennenden Bäume fühlen... Die Emotionen der Wesen, die Zuflucht suchen... Es ist eine andere Erfahrung, tiefergehend, ihm eigen. Deshalb kommt es ihm nicht in den Sinn, Akira zu widersprechen - auch, wenn es für ihren labilen Körper vielleicht keine so gute Idee ist.
"Nein, überhaupt nicht. Ich werde Euch in den Innenhof führen. Er ist weitläufig, deshalb kann man das Wetter von dort aus gut beobachten."
Er bewegt sich schon einmal in Richtung Tür, gibt Akira aber ein bisschen Zeit, falls sie noch irgendwelche Vorbereitungen für das Wetter treffen möchte, bevor er das Zimmer verlässt. Er schlägt ein ruhiges Tempo an, um sie im Zweifelsfalle nicht zu überfordern, schweigt allerdings. Die Fackeln an den Wänden, die um diese Zeit natürlich gelöscht wurden, flackern kurz auf, während sie näherkommen, erlöschen aber schnell wieder, wenn sie ihre Aufgabe - den Beiden den Weg erhellen - erfüllt haben. Ein Stockwerk tiefer können sie dann auch durch eine kleine, hölzerne Pforte wieder nach draussen gehen.
Das Wort 'Innenhof' ist allerdings nicht ganz richtig. Es ist die Rückseite des Gebäudes - das Rathaus umschließt die weitläufige Grünfläche allerdings zu etwa zwei Dritteln, weshalb 'Hinterhof' auch nicht passend erscheint. Ein paar kleine Bäume wurden angepflanzt und Bänke aufgestellt, also scheint er absichtlich als Erholungsort geschaffen worden zu sein. Als ein weiterer Blitz den Hof für einen Moment erhellt, kann man aber auch ein Gebilde aus reinstem weißen Marmor erkennen, welches in einigen Metern Entfernung zum Haus steht. Es sieht ein bisschen aus wie eine Anbetungsstätte oder ein Altar.
Der Schöpfer scheut sich nicht davor, in den Regen zu treten, der in den Minuten, die sie durchs Haus gewandert sind, an Intensität zugenommen hat. Seine Aufmerksamkeit gilt offensichtlich dem Wetter, aber er bleibt Akira leicht zugewandt, um zu signalisieren, dass er zum Gespräch bereit ist. Er fängt nur nicht an.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi März 18, 2015 8:27 pm

Da der Schöpfer sich wohl letztlich nicht all zu sehr für Akiras Dasein vor ihrem Erwachen in Darka zu interessieren scheint, ließ sie das Gesprächsthema auch an dieser Stelle ruhen. Als Drachengeborene benannt zu werden war ihr sogar wesentlich lieber. Im Grunde war es viel persönlicher, als ein Name, den tausende tragen mochten. 'Name'. Sie schmunzelte. Tatsächlich hatten die beiden keine Namen ausgetauscht. Aber sie teilte seine Meinung, dass es keiner menschlichen Namen bedarf, er würde ihr ebenso als 'Weltengeist', oder 'Gaia-Aru' in Gedanken bleiben. Somit folgte sie ihm stumm hinaus. Zwar gewollt leichtfüßig, jedoch machte ihr Körper ihr mehrfach einen Strich durch die Rechnung und sie musste sich auf ihre Schritte konzentrieren, um es bei einem Mal Stolpern zu belassen.
Beim Hinterhof angelangt, sah sich Akira erst ein wenig um. Es wirkte ähnlich, wie Orte die sie selbst auf Drameree kannte und damit unspektakulärer, als der Himmel und das Gewitter. Da sie ihren Mantel nicht mitgenommen hatte, sand sie nur in ihrem Unterkleit dort, was sich trotz des noch nicht sehr starken Regens schnell mit Wasser sog. Sie selbst störte es jedoch nicht, im Gegenteil. Sie hielt sogar den Kopf zum Himmel hoch und begrüßte jeden einzigen Tropfen. Eine Sache, die sich so vertraut anfühlte, dass sie für einen kurzen Moment dachte, sie könnte doch ihrer Heimat näher sein, als gedacht. Erst danach wandte sie sich ebenfalls wieder leicht ihrem Gesprächspartner zu. "ihr habt die Verbindungen neu gesetzt. Könnt ihr mir sagen, ob ..." Sie verstummte, ließ den Blick wieder zum Himmel schweifen. Er würde ihre Frage verstehen. Schon merkwürdig, sie war in einer gänzlich fremden Welt, konnte so vieles erfragen, von der Person die ein überragendes, fundiertes Wissen besaß. Und ihre Sehnsucht nahm doch bei diesem Wetter die Oberhand.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Di März 24, 2015 7:46 pm

Der Schöpfer hat wohlweisslich ein wachsames Auge auf Akira geworfen, während sie den Ortswechsel vollziehen. Schließlich ist ihm ihre körperliche Schwäche sehr gut bewusst und es wäre fahrlässig von ihm, nicht aufzupassen. Bei einem Sturz könnte sie sich schließlich schwer verletzen.
Im Regen wird auch seine Kleidung - die weiße Robe - schnell nass, dank der Schwere des Stoffes aber nicht durchsichtig. Anstatt sich seiner Magie zu bedienen, um zu gewährleisten, dass beiden warm wird, streckt er aber nur eine Hand in den Regen hinein und beobachtet halbherzig, wie die einzelnen Tropfen auf seine Haut treffen, daran abprallen und in viel feinere Tröpfchen zerbersten. Er mag der Schöpfer sein, der Ursprung vielen Lebens auf diesem Planeten, aber dennoch - oder vielleicht gerade deshalb - schaffen es die kleinsten Dinge, ihn in den Bann zu schlagen. Dieser Bann hält an, als Akira endlich das Wort an ihn richtet. Sicher, er hat sie verstanden, aber er braucht eine Weile, bis er ihr seinen Blick gänzlich zuwendet und beginnt, zu antworten.
"...ob Ihr Euch erholen werdet? Ja, das werdet Ihr. Ob auch die Verbindung zu Eurer Seelenverwandten wiederhergestellt ist? Ja, aber ich habe sie gehemmt. Bis Ihr Euch an Euren Körper gewöhnt habt und Eure zweifellos vorhandenen magischen Kräfte zurückkehren, ist kein Platz für jemand anderes. Ob Ihr wieder zurückkönnt?"
Der Schöpfer atmet schwer aus und schüttelt langsam den Kopf, wobei Regentropfen von seinen Haarspitzen wegspritzen.
"Ich fürchte nicht. Nur die Mächtigsten unter den Magiern sind dazu fähig, durch die Schwärze zwischen den Welten zu wandern, ohne sich eines Hilfsmittels zu bedienen. Jeder, der es trotzdem versucht, stirbt bei dem Versuch. Gerade deshalb solltet Ihr so viel über diese Welt lernen, wie Ihr nur könnt; Ihr werdet eine Weile hier verbringen."
Mit diesen Worten macht er eine ausladende Geste mit seinem Arm und zeigt auf das Denkmal, welches die Mitte des Hinterhofs beherrscht. Als würde es von dieser Bewegung erweckt, beginnt der weiße Marmor zu glänzen und mehr von sich preiszugeben.
Das Denkmal ist in vier Ebenen aufgebaut, auf der unterschiedliche Figuren unterschiedlicher Menge und Qualität stehen.
Die unterste Ebene ist von vielen kleinen Holzfigürchen unterschiedlichster Rassen übersäät. Manche kämpfen, manche scheinen zu lachen, manche lesen, manche trinken... Sie sind auch die einzigen Figuren, die nicht auf einem beschrifteten Sockel stehen.
Eine Stufe weiter oben stehen 18 etwas größere Figuren aus Silber. Sie stehen in 6 Grüppchen mit jeweils drei Figuren herum. In den Marmor unter den Figuren sind Symbole eingelassen, welche scheinbar die Zusammengehörigkeit anzeigen.
Die vorletzte Stufe wird von 6 menschlichen Figuren aus purem Gold bevölkert. Fünf von Ihnen stehen in einem Halbkreis, während die Sechste abseits steht. Diese Figuren haben gemein, dass alle ihre Schwerter gezückt haben. Eine von ihnen besitzt sogar zwei.
Auf der obersten Ebene des Denkmals stehen vier kleine Statuen aus Platin. Die zwei größten, ein Mann und eine Frau, stehen nebeneinander und haben jeweils eine Hand ineinander gelegt. Ihre anderen Hände sind auf die Schultern der kleineren Figuren vor ihnen gelegt. Drei von vier sind Menschen, doch die Statue, die vor dem großen Mann steht, ist elfisch.
"Dieses Denkmal stellt unsere neue Weltanschauung dar. So ist das Mächteverhältnis in Darka. Seht es Euch genau an. Vielleicht erkennt Ihr etwas Bekanntes. Vielleicht regt es aber auch Fragen an."
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi März 25, 2015 9:35 pm

Akira wüsste gerne, ob der Weltengeist mit ihrer Reaktion gerechnet hätte, oder nicht, nachdem er ihr so milde versuchte zu erklären, dass sie wohl keinen Rückweg nach Drameree antreten konnte. Aber trotzdem grinste sie unbekümmert, ja sogar zufrieden. Ihr reichte die Information, dass ihr Körper einmal wieder dort sein könnte kräftemäßig, wo er einst in ihrer Heimat war. Und das hieß, sie könne erneut den Wind unter ihren Schwingen spüren, was alles war, was sie brauchte. Bis dahin würde sie zwar totunglücklich am Boden verweilen, aber dieser Lichtblick stimmte sie zusätzlich zum Gewitter froh. Schließlich musste es einen Grund haben, warum sie hier her geschickt wurde. Und... Sie stutzte. Ja, warum hatte Tarinax Schöpfung eigentlich das selbe Aussehen wie Akira? Es musste etwas mit den Moiren zutun haben beschloss sie. Etwas anderes war undenkbar.
Dann wandte sie sich erst dem Weltbild zu, welches ihr Gegenüber einladent in den Vordergrund rückte. Sie musste gestehen, es sah schon beeindruckend aus. Wobei sie die liebevoll gestalteten Holzfigürchen mehr faszinierte, als wie die metallenen darüber. "Holz ist solide, der Grundstoff für Haus, Werkzeug und Waffen. Und es ist vielschichtig wie die Natur ...", schlussfolgerte sie hierbei laut denkend. Manch einer würde sagen, diese Ebene sei aus minderwertigem Material gefertigt und soll die breite Masse, die unterste Kaste darstellen. Sie fand hinter jedoch eher den Fakt, dass Holz stabil war und ein Grundstoff. Nicht minder wertlos, sondern einfach eine 'Basis'. Dann, ohne auf eine bejaende oder korrigierende Antwort zu haben, wanderte ihr Blick weiter hoch zum Silber. Sie suchte in den ganzen Erzählungen nach etwas, was passen könnte, fand jedoch nichts. Dafür fand sie jedoch genug Informationen, sogleich ihren Blick zu den goldenen Figuren huschen zu lassen. "Diese sollen sicher die Nebelgötter darstellen. Dort ist Salias." Sie zeigte dabei auf die Statur, dessen Hände beide mit je einer Waffe bestückt waren. Der Weltengeist hatte erwähnt, dass Salias der Wanderer als einziger zwei der Waffen besäße. Dann wurde ihr Blick jedoch erneut nachdenklich. Wer war der sechste in Gold? Die Nebelgötter waren doch Fünflinge. Tarinax wurde ein Gott, zudem der 'Avatar aller Nebelgötter', eher der Avatar des Schöpfers. Ihr Blick blieb an der Figur des Elfen haften. Sollte das tatsächlich Tarinax darstellen? Und wo war der Weltengeist selbst? Wenn Tarinax sein Avatar war, so war es doch wohl kaum möglich, dass der Schöpfer die abseits stehende Figur darstellte? Die männliche Figur hinter dem Elfen schlug sie sich jedoch aus dem Kopf, auch wenn es vielleicht logisch gewesen wäre. Es wirkte jedoch eher wie 'der Ursprung' und eine Familie. Der Schöpfer ist vielleicht der Ursprung von allem, aber sie war sich nicht sicher, ob diese Art von Ursprung hier gemeint sein könnte. Immerhin hat ihr Gesprächspartner nichts davon erwähnt, dass er etwas persönliches mit Tarinax zu tun hatte, oder eine Frau hatte, oder Kinder. Er war Darka, nicht mehr und nicht weniger. Aber vielleicht interpretierte sie auch zu viel, weslwegen sie ihren Blick auffordernd wieder zu dem Mann schweifen ließ.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do März 26, 2015 7:11 pm

Den Schöpfer überrascht Akiras Reaktion. Wenn man bedenkt, dass sie ungewollt aus ihrer gewohnten Welt gerissen wurde und in einer neuen Welt feststeckt, müsste sie eigentlich betrübt darüber sein. Deshalb hat er auch eine vorsichtige Umschreibung gewählt, als würde er eine sehr schlechte Nachricht überbringen. Aber diese beinahe wilde Freude in ihrem Gesicht zu sehen... So ist es eben mit Wesen, die einen freien Willen haben. Sie stecken voller Überraschungen.
Er wartet geduldig ab und lauscht den Schlüssen, die Akira zieht und mit ihm teilt. Und es gefällt ihm, dass ihre Ideen größtenteils richtig sind - das heißt schließlich, dass sie seinen Erzählungen gut zugehört und sie vorallem verstanden hat. Einige Sachen hat er jedoch nicht erzählt, weshalb ihr Blick berechtigterweise in Verwirrung umschlägt. Und ihrem auffordernden Blick entspricht er deswegen nur zu gerne und füllt die Lücken ihres Verständnisses.
"Eure erste Überlegung war gut. Natürlich ist Holz die Basis vieler Werke und Mittel, und so sind es auch diese Figuren. Sie stellen die Avatare der Götter dar, denn sie sind Eckpfeiler der Macht eines Gottes. Sie sind die obersten Missionare!
Die zweite Ebene bildet unsere niederen Götter ab. Die Nebelgötter schufen sie einst, damit ihr Einfluss über die Welt schwindet, und zu jedem der sechs Grundelemente - Feuer, Wasser, Luft, Erde, Licht und Dunkelheit - wurden drei Menschen zu Göttern erhoben. Dank ihnen geht die Sonne jeden Tag auf und unter, und das Leben kann ungehemmt spriessen und gedeihen.
Auch die Nebelgötter habt Ihr richtig erkannt. Aber die letzte Figur in ihrer Ebene könnt Ihr nicht kennen. Das ist Samon Sey, der Silberdämon. Er war mein Vorgänger als Weltengeist und starb, da der Weltenthron zu meiner Wiedergeburt leer sein musste. Und zu guter Letzt..."
Der Weltengeist tritt näher an das Denkmal. Die oberste Ebene leuchtet heller auf, sodass man auch in der vorherrschenden Dunkelheit die Beschriftungen der Sockel lesen kann. Im ersten Moment stehen noch die Schriftzeichen dort, die Darka zu Eigen sind, dann verändern sie sich aber, damit Akira sie lesen kann. Zumindest die Meisten.
"Der kleinere Menschenmann ist 'Faylls Diener', und die Frau hinter ihm ist 'Fayll, die Göttin des Vergessens'. Lange Zeit waren sie das Feindbild dieser Welt, aber tatsächlich spielte zumindest Faylls Diener eine große Rolle im Schicksal dieser Welt. Er ist der Grund, warum Tarinax nach Darka kam und zu Salias' Avatar wurde. Außerdem sind die Beiden meine Geliebte und mein Sohn."
Der Schöpfer lächelt in den Himmel, gerade in dem Moment, an dem ein weiterer Blitz den Himmel für einen Augenblick in ein Lichtmeer verwandelt. Nur wenige Sekunden später ist der Donner zu hören. Auch der Regen nimmt an Intensität zu.
"Der Mann im Hintergrund bin ich, der Schöpfer. Und dieser Titel ist wörtlich zu nehmen. Ich schuf einst die Menschen und Elfen, als die 'Hochkultur' zu versagen begann, aber auch ich erlag der Arroganz meines Volkes. Ich war blind für mein Tun, und erst im letzten Moment zähmte ich die Gezeiten, die aus den Fugen geraten waren, löschte den Weltenbrand, den ich verursacht hatte - und starb. Und dieser Elf..." Er beugt sich vor und streicht mit einem Finger über die Beschriftung der Statue. Sie wurde nicht übersetzt, nur leserlich gemacht: Kim'ron Darka. "Kim'ron bedeutet in unserer Sprache 'Freund'. Damit ist Tarinax gemeint. Er kam in diese fremde Welt und rettete sie. Und dafür ging er nicht als Avatar des Schöpfers in das Pantheon ein, sondern als der Freund Darkas. Er ist der Beweis, dass mit genug Wille und Mut alles zu schaffen ist. Nicht umsonst ist er nun die Inkarnation des Willens."
Mit diesen Worten endet der Schöpfer seinen langen Sermon und atmet tief aus. Jetzt dürfte Akira zumindest die Machtverhältnisse in Darka kennen. Das heißt, nun kann sie auch auf diese Welt losgelassen werden und könnte - mit ein bisschen Nachhilfe - in den Nebelreichen zurechtkommen.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mi Apr 01, 2015 3:23 pm

Akira stutzte leicht, als der Schöpfer ihren fragenden Blick so wohlwollend mit Erklärungen nährte. Als er von "Mächteverhältnis" sprach, dachte sie nicht, dass er dies so wörtlich meinte. Aber dennoch fand sie die Rollen der Figuren spannend. Dagegen wirkte Drameree immer noch nicht gänzlich unerforscht, sodass man sich nur ein Bildnis von dem erschaffen konnte, was die Leute bereits gesehen hatten- niemand jedoch wusste genau, ob es auch wirklich nur diese Wesen waren, die über das Volk wachten. Selbst ihr war diese Erkenntnis bisher verwehrt geblieben, obgleich sie durch Lumesehyr einen vergleichbar höheren Rang inne hatte, wie alle anderen Geschöpfe von Amethyrr.
Seiner Erzählung nach, dass die oberste Person tatsächlich ihn und seine Frau darstellte, wunderte sie zumindest nicht. Sie dachte sich ja bereits, dass sie zu weit dachte und die Erklärung offensichtlicher war, wie sie sehen wollte.
Nachdem der Mann seine Erzählung beendet hatte, wurde Akira zunehmend nachdenklich. Der Elb war hier genau wie sie eigentlich nicht zu Hause. Dennoch hatte er hier ein eigenes Schicksal und eine Rolle zugeschrieben bekommen und blieb. Vielleicht sogar aus dem selben Grund, wie sie es wahrscheinlich auch hinnehmen musste. Oder wollte er nicht mehr zurück? Jedenfalls war er immer noch hier, versuchte sich nach des Schöpfers Bemerkung sogar sein 'eigenes Volk' zu erschaffen.
Sie wandte den Blick vom Monument ab und beobachtete weiter schweigend den Himmel, an dem nun regelmäßig Blitze aufzuckten und die Stille gelegentlich mit einem Donnergrollen unterbrach. Ihre Vermutung bestätigte sich zunehmend, dass ihr Erscheinen in dieser Welt kein Zufall war. Dafür waren sich Tarinax und Akira auf eine Art zu ähnlich. Dafür hatte der von Tarinax erschaffene Körper zu viel Ähnlichkeit mit ihr....

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   So Mai 10, 2015 9:01 am

Der Schöpfer lässt den Schwall an Informationen erst einmal wirklich ankommen, weshalb er sich schlicht darauf konzentriert, ruhig zu atmen und den kühlenden Regen zu spüren, der seine Robe benetzt und beginnt, bis zu seiner Haut durchzudringen. Nicht, dass es ihn stören würde - ganz im Gegenteil. Für ihn, der viel zu selten die Grube verlässt, ist jedes wirkliche Gefühl, welches er erleben kann, ein großartiger Segen. Um dieses Gefühl noch zu verstärken, schüttelt er seine Beine und schleudert sein Schuhwerk von seinen Füßen. Noch immer mit einem zarten Lächeln im Gesicht tritt er in das nasse Gras und geniesst.
Ein Problem stellt sich dem Weltengeist allerdings -  er weiss nicht, worüber er zunächst sprechen könnte. Er hat einige Fragen beantwortet und scheinbar Akiras Neugierde befriedigt, denn es kommen keine weiteren Fragen mehr auf. Und er will nicht unbedingt nachfragen, schließlich weiss er schon mehr als der Elf und würde sich schlecht dabei fühlen, ihm Informationen vorzuenthalten. Hilft ihm nur nicht dabei, die relative Stille zu überbrücken. Etwas planlos geht er noch ein paar Schritte durch das Gras und dreht sich schwungvoll um. Ein weiteres Mal wird der Hinterhof durch einen hellen Blitz erhellt... Und der Schöpfer erstarrt in seiner Bewegung. In der nach draußen führenden Tür steht ein hochgewachsener Mann, der ihnen beiden sehr bekannt ist... "Tarinax."

Der Stadtrat ist in der Tat gerade angekommen und hat die Beiden im Regen stehen sehen. Es freut ihn, dass Akira sich gut genug fühlt, um dieses Wetter zu ertragen - was nicht heißt, dass er es gutheißt -, aber was macht der Schöpfer hier? Ihm war nicht bekannt, dass er vorbeikommen wollte oder sollte, und das macht ihn misstrauisch. Der Schöpfer hat immer einen Grund. Tarinax blickt etwas missgelaunt in den leichten Regenschleier, entscheidet sich aber doch dazu, aus dem Schutz des Rathauses zu treten. Langsam, aber zielstrebig geht er auf den unangekündigten Besucher zu und bleibt im Abstand von wenigen Schritten stehen. Dann vollführt er eine für ihn völlig untypische Geste; er verneigt sich. Nicht nur angedeutet, sondern so, wie es ein Diener bei seinem Meister tun würde. "Zum Gruße... Herr. Ich bin hocherfreut, Euch in meiner Stadt begrüßen zu dürfen. Ihr hättet Euch jedoch ankündigen sollen, um mir die Gelegenheit zur Ausrichtung eines gebührenden Empfangs zu geben.", begrüßt er den Gast sehr höflich. "Und ich bin froh, dass sich Euer Zustand gebessert hat, Akira. Aber vielleicht solltet Ihr Euch noch schonen...?" Sein Blick wirkt etwas besorgt. Da die Begrüßungen abgehakt sind, kann er sich daran machen, herauszufinden, worin er gerade hineingeplatzt ist.
"Ich finde es löblich, dass Ihr beide bereits Bekanntschaft geschlossen habt, aber was führt Euch mitten in der Nacht in diesem Wetter nach draussen? Das Rathaus verfügt doch über genügend freie Räume, derer Ihr Euch bedienen könnt.", fragt er nach und blickt an seinem weissen Überwurf herunter, der das Regenwasser aufzusaugen scheint wie ein Schwamm. Er fühlt sich in diesem Wetter etwas unwohl, aber er will trotzdem wissen, was er verpasst hat. Vielleicht kann er dabei gleich auch diese seltsame Vorahnung erkunden - irgendetwas fühlt sich nämlich anders an. Er weiss nur nicht, was.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   So Mai 17, 2015 11:41 am

Akira schenkte Tarinax ein freundliches Lächeln und verneigte sich zur Begrüßung höflich. Sie hätte nicht gedacht, dass die Unterhaltung mit dem Weltengeist dazu führen würde, dass sie Tarinax anders gegenübertreten würde, mit anderer Erkenntnis. Bevor sie im Gang zusammengebrochen war, hätte sie den Elben nun für seine Sorge aufgezogen, oder dies sogar als Beleidigung empfunden. Aber unter den ihr nun bekannten Gesichtspunkten, empfand sie seine Bemerkung durchaus wohlwollend.
"Nun, dass wir den Weg hinaus in den Regen gefunden haben war mein Verdienst." Sie wandte sich immer noch milde lächelnd vom Stadtrat ab und sah wieder gen Himmel, der erneut den Garten in gleißendes Licht tauchte, gefolgt von einem tiefen Donnergrollen.
"Als Kind des Himmels bin ich solchem Wetter mehr angetan wie einem geschlossenen Zimmer, bei Sturm und Gewitter zieht es mich einfach nur hinaus.", erklärte sie ihm dann. Und so war es auch. Der Regen auf der Haut tat ihr gut für die Regeneration, die Geräuschkulisse war beruhigend. Außerdem fühlte sie sich in Gebäuden ohnehin nicht sehr wohl, was auch an ihrem Drachen-selbst lag, was im Himmel und an hohen Klippen zu Hause war.
"Der Weltengeist ist meinem Wunsch einfach nur gerne nachgekommen, die Unterhaltung hierher zu verlegen, wobei er mir etwas mehr Einblick in euer Mächteverhältnis gewährt hatte." Dabei nickte sie in Richtung der großen Statue, die durch den Regen gelegentlich anmutiger schimmerte, als es einfacher Stein tun sollte.
Dass ihre Unterhaltung allerdings weiter ging, auch Tarinax betreffend, verschwieg sie. Nicht, weil sie es dem Elben vorenthalten wollte, sondern weil sie es als unhöflich empfand. Sie wollte diese Dinge gerne von ihm selbst hören, wenn sich die Gelegenheit dazu ergab, damit er sich nicht Hintergangen fühlte. Mal davon abgesehen, dass sie nun wesentlich mehr über ihn und diese Welt wusste, wie er über seine 'Schöpfung' und ihre Welt, oder ihre Beweggründe.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   So Jul 05, 2015 9:18 am

Tarinax wendet sich ein wenig vom Schöpfer ab, damit er Akira einfacher im Blickfeld behalten kann. Der Schöpfer schweigt schließlich, ein wenig peinlich berührt ob des überschwänglichen Empfangs, den der Elf ihm augenscheinlich bereiten wollte. Er hört Akiras Ausführungen aufmerksam zu und verschränkt die Arme hinter seinem Rücken. Gegen das, was der Schöpfer getan hat, hat er nichts auszusetzen. Im Gegenteil, es hätte ihn verwundert, wenn er NICHT so freundlich zu seiner Schöpfung gewesen wäre. Was ihn verwirrt ist immer noch, warum sein Herr hier ist...
"Ich kann Euch verstehen, Akira. Als Waldelf zieht es mich auch ständig in die Natur; Städte erdrücken mich, wenn ich zu lange dort verweile. Da es Euch aber - zumindest, soweit ich das sehen kann - besser zu gehen scheint... Wer bin ich, Euch Frischluft zu verwehren?"
Ein flüchtiges Lächeln huscht über seine Lippen, macht jedoch bald einem grimmigen Ausdruck Platz, als er den Blick in den Himmel wendet.
"Auch, dass Ihr nun mehr über unsere Welt wisst, ist nützlich. Ich hätte es Euch ohnehin beibringen müssen, bevor wir Imber Cinis verlassen, deshalb muss ich dem Schöpfer wohl meinen Dank entrichten. Herr, einen Dank dafür, dass Ihr Ihren Weg erleuchtetet."
Diesmal verneigt er sich nicht; seine Worte müssen wohl vorerst genügen. Da der Regen, ebenso wie das begleitende Gewitter, stetig an Intensität gewinnen, schimmert mittlerweile eine Schicht Regenwasser auf seinem - bläulichen?! - Antlitz. Der Schöpfer nimmt schon einen Schritt nach vorne, wohlwissend, dass der Regen dem Stadtrat nicht bekommt, aber hält inne, als jener erneut spricht.
"Ich allerdings... HASSE den Regen." Er betont das Wort 'hasse' sehr deutlich, damit an seiner Ernsthaftigkeit kein Zweifel auftreten kann. "Gewitter, damit kann ich leben. Aber ich wünschte, dieser fürchterliche Regen würde endlich aufhören."
Just in diesem Moment kracht es laut, da ein Blitz in ein Haus im Rathausviertel einschlägt. Sofort lodern Flammen in den Himmel, höher, als sie es bei diesem Unwetter eigentlich tun sollten... Denn plötzlich fallen keine Tropfen mehr vom Himmel. Nicht ein einziger Tropfen, als hätten die Wasserschleusen im Himmel schlagartig geschlossen. Tarinax schaut erneut in den Himmel und scheint sein Lächeln wiedergefunden zu haben. "Hmmm. Es scheint so, als wäre Undine mir heute gewogen. Muss wohl mein Glückstag sein."
Der Schöpfer hingegen schlingt für einen Moment die Arme um sich selbst, als würde er gegen einen heftigen Sturm ankämpfen. Als Tarinax seinen 'Wunsch' geäußert hat, hat er einen enormen Manastrom gespürt, in dessen Zentrum Tarinax steht - als wäre ein sehr mächtiger Zauber gewirkt worden. Und plötzlich regnet es nicht mehr! Seine Reaktion könnte nicht unterschiedlicher zu der des Elfen sein. Er reisst seine Augen auf und schreit! "Tarinax! Das war nicht Undine! Was, bei den Göttern, hast du getan! Du kannst nicht einfach...!" Er bringt seinen Satz nicht zu Ende; er findet nicht die passenden Wörter. Hinzu kommt, dass Tarinax den Schöpfer völlig entgeistert anstarrt, als könnte er diesen Ausbruch gar nicht begreifen. "Was habt Ihr, Herr? Warum seid Ihr so erzürnt?", fragt der Elf verwirrt, was die Situation nicht besser macht. Des Schöpfers' Hände fliegen nach vorne, aber er kann sich gerade noch selbst davon abhalten, Tarinax an seiner Kleidung zu packen und durchzuschütteln. Stattdessen ballt er die Fäuste nur wenige Zentimeter von seiner Brust entfernt mehrmals zusammen und schnauft Luft aus der Nase. "Du hast... Einen Gott negiert. Sterbliche mischen sich niemals in das Wirken der Götter ein. Das kann ich nicht ignorieren. Deshalb wirst du vor dem Nebeltribunal in der Grube vortreten." Der Schöpfer geht ein paar Schritte zurück, und es ist ihn anzusehen, dass er völlig aus der Fassung geraten ist. Dennoch schafft er es, sich Akira nochmals zuzuwenden und sich zu verneigen - wenn auch sehr knapp und an der Grenze der Höflichkeit. "Entschuldigt mich, aber ich muss gehen. Möge der Wanderer Eure Wege leiten, Akira." Er verabschiedet sich zumindest von ihr, nachdem er Tarinax so überfahren hat, und dreht sich mit einer schwungvollen Bewegung um, um zu gehen.
Tarinax versteht überhaupt nichts. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, warum der Schöpfer so aus seiner Haut fahren sollte, und das Nebeltribunal einberufen?! Für was? "Aber... Herr?! Womit habe ich Euch erzürnt? Ich habe doch gar nichts...?" Er wirbelt herum und versucht, seinem Herrn hinterherzulaufen, aber jener ist wie vom Erdboden verschluckt. Natürlich. Schließlich war nicht seine wirkliche, physische Gestalt anwesend, sondern nur eine Art Abbild. Der Schöpfer kann den Weltenthron nicht verlassen. Aber...?!
Ihm wird ein wenig schwummrig, weshalb er nicht groß überlegt, sondern sich einfach auf die Knie sinken lässt. Ein weiterer, gleißender Blitz am Himmel erhellt das Geschehen und zeigt, dass  alle Körperteile, die nicht mit Kleidung bedeckt waren, denselben bläulichen Schimmer aufweisen wie sein Gesicht. Er kann gar nicht anders, als den Kopf zu schütteln... "Was, bei den Göttern, habe ich getan, um ihn so zu erzürnen? Ich habe gar nicht die Macht, das Wetter so zu manipulieren... Wie... Wie...?"
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do Jul 09, 2015 8:28 pm

Es dauerte etwas, bis Akira merkte, dass ihr Mund offen stand. Schnell schüttelte sie ungläubig den Kopf und schloss ihn wieder, wobei sie nicht wusste wo ihre Gedanken kreisen sollten. Da war zu erst der Blitzeinschlag in der Nähe. Sollten sie nicht helfen? Immerhin hatte es tatsächlich nicht sehr weit weg eingeschlagen... Aber nein, Es gab sicher genug Bedienstete hier, die bei Weitem schneller wären. Außerdem glaubte sie kaum, dass sie Tarinax in diesem Zustand für irgend eine hastige Handlung gewinnen konnte.
Aber woher kam dieser plötzliche Wutanfall des Schöpfers? Auch sie konnte es nicht nachvollziehen. Er konnte ihr zwar mit ihrem verkorxten Magienetzwerk helfen, jedoch brachte ihr das nicht mehr Verständnis und Anteilnahme für diese Welt. Sie hatte tatsächlich nichts ungewöhnliches in der Szene entdecken können und Tarinax schien ganz offensichtlich auch keinen derartigen Zauber gewirkt zu haben, sonst hätte er keinen Grund gehabt so in sich zu zerfallen. Außerdem... War Tarinax nicht der Avatar der Nebelgötter? Galten für ihn dennoch die Gesetze eines normalen Menschen in dieser Hinsicht? Sie wusste immer noch wenig, wobei sie schon so viel erfahren hatte durch das nächtliche Gespräch.
Aber worüber dachte sie da nach? Vor ihr saß das größte Problem, dass zu aller erst aufgepeppelt werden wollte. Wie er dort im Gras zusammen gesunken war gab der eigentlich so ehrhafte Elf ein wahrlich elendiges Bild ab. War seine Haut tatsächlich bläulich? Er hasste den Regen scheinbar nicht nur, er war auch anfällig für Unterkühlung! Ob sie...
Sie sah auf ihre Hände hinab, unterdrückte jedoch den Zwang sie in Flammen zu hüllen. Das traute sie ihrem magischen Gespinst noch nicht zu, nachher verbrannte sie sich schrecklich. So ging sie lieber ihrerseits leicht in die Knie und legte Tarinax beide Hände auf die Schultern.
"Wollen wir uns darüber drinnen Gedanken machen? Im Warmen?", fragte sie ihn vorsichtig. Sie hatte tatsächlich die Befürchtung, würde sie deutlicher sprechen, so könne sein Geist zerbrechen wie eine dünne Glasscheibe. Und seine Haut! Er fühlte sich zwar kühl an, wo sie bis eben noch im Regen standen, aber nicht unterkühlt wie sie erwartet hatte. Die ganze Situation war einfach nur merkwürdig. Um ihrem Forscherinstinkt gerecht zu werden aber auch auf merkwürdige Art interessant. Aber das behielt sie besser für sich, ehe sie noch als Sadistin bezeichnet würde.
"Ich bin mir sicher ohne die kalte Kleidung und wenn Ihr etwas zur Ruhe gekommen seid wird sich eher eine Antwort finden.", fügte sie noch verständnisvoll hinzu.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Do Jul 09, 2015 9:45 pm

In Tarinax' Kopf schwirren viel zu viele Gedanken herum. Wieso denkt der Schöpfer, er hätte etwas mit dem plötzlichen Wetterumschwung zu tun? Er hat keinen Zauber gewirkt, nicht einmal daran gedacht, einen zu wirken. Warum also? Aber nicht nur das schießt ihm durch den Kopf.
Seitdem der Schöpfer lebt, ist sein Band zu den Nebelgöttern immer mehr verblasst. Sie führen keine Diskussionen mehr, seinen Verstand als Konferenzsaal missbrauchend, und sie antworten ihm nicht mehr, wenn er nach ihnen ruft. Bis auf Salias... Aber Salias ist ein spezieller Fall. Ihn hat nie die Arroganz gepackt, die mit der großen Macht eines Gottes häufig einhergeht. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum sein Reich niemals einen Krieg ausgelöst hat?
Und das Nebeltribunal. Was wird ihn dort erwarten? Das Nebeltribunal ist eine Versammlung der fünf Nebelgötter und des Weltengeistes, und sie findet in der Grube statt - quasi am anderen Ende der Welt. Und es wurde geschaffen, um Angelegenheiten zu klären, die mehrere Nebelreiche betreffen und somit nicht von einem Nebelgott alleine bewältigt werden können, ohne neue Probleme zu schaffen. Und vor dieses soll er nun treten?
Tarinax verstrickt sich in seinen Gedanken und schüttelt weiter leicht den Kopf, als wolle er eine lästige Fliege loswerden. Und so ist es kein Wunder, dass er zusammenzuckt, als Akira ihn plötzlich an den Schultern berührt. Er hatte in seiner Versunkenheit gar nicht gemerkt, dass sie zu ihm gekommen ist. Er hört auf, seinen Kopf zu schütteln, und wendet sich ihr langsam zu. Der Elf wirkt seltsam unfokussiert, als er Akira anblickt - ständig schweift sein Blick aus den nun glanzlosen Augen ab.
"Mhmm... Entschuldigt mich bitte... Ich bin... Man könnte mich als wasserscheu bezeichnen.", sagt er matt und zeigt den Anflug eines Lächelns, während er sich langsam aufrichtet. Wieder auf seiner stattlichen Größe angekommen, nimmt er einen tiefen Atemzug, der seine Nasenflügel beben lässt. Rauch. Stimmt. Es ist ein Blitz eingeschlagen. Irgendwo im Rathausviertel. Aber... Es interessiert ihn nicht. Nicht jetzt, wo er weiss, dass sich andere darum kümmern können und werden. "Natürlich... Ein Kamin wäre jetzt nicht schlecht. Wir haben viel zu besprechen..." Wirklich überzeugt klingt Tarinax nicht, aber immerhin schlägt er es vor. Vom Fleck bewegen scheint er sich allerdings nicht zu wollen; er starrt nur unentschlossen Richtung der Tür, durch die er den Hinterhof betreten hat.
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Jul 10, 2015 12:36 pm

Als sich der Hüne wieder aufrichtete nahm Akira die Hände wieder fort und verschränkte sie auf dem Rücken. "Ich werde euch eurer Abneigung nicht verurteilen.", bestätigte sie auf seinen ersten Satz hin. Wie könnte sie auch, jeder hatte eine unliebsame Eigenschaft die einen verfolgte bis ins hohe Alter.
Sie wartete einen Moment, merkte jedoch, dass sich Tarinax erneut fallen ließ. Zumindest seelisch, denn er machte nicht den Eindruck als wolle er seine Füße benutzten. So stupste sie ihn vorsichtig und baute mit nur zwei Fingern etwas Druck auf seinen Rücken aus, um ihn in die richtige Richtung zu manövrieren. "Vergesst bitte nicht eure Füße zu benutzen, Tarinax."
Und promt fiel ihr wieder etwas ein. Vielleicht konnte er nicht gehen. Vielleicht war sein Körper vom Regen doch mehr geschädigt, wie sie anhand der von ihm ausgehenden Temperatur ausmachen konnte!
Sodann lief sie vor, zog ihre Decke vom Bett, huschte hastig zurück und warf sie dem Elfen über die Schultern. Vielleicht brachte das seine Gedanken wieder so weit ins Hier und jetzt, dass er den Weg selbst finden würde. Sie wünschte, sie hätte bereits wieder ihre vollen Kräfte. Sie wollte ihm mehr helfen, als nur daneben zu stehen. Aber dieser Wunsch blieb ihr vorerst verwehrt, womit sie sich mit dem abfinden musste, was in ihrer Macht lag. So wenig es auch sein mochte.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Mo Jul 20, 2015 1:04 pm

Tarinax reagiert nicht so wirklich auf den leichten Druck in seinem Rücken, sondern starrt nur weiter relativ teilnahmslos auf den Eingang, zu dem er eigentlich hinwill. Er kann sich einfach nicht das Herz fassen, diesen ersten Schritt zu gehen. Er atmet tief ein und stößt die kühle Abendluft mit einem mächtigen Seufzer wieder aus. "...ich will ja... Aber sie rühren sich nicht...", nuschelt er leise vor sich her und starrt der jungen Frau hinterher, als sie einfach ohne ihn hereinrennt. Warum lässt sie ihn denn jetzt plötzlich alleine?
Er will ihr folgen, denn er muss sie auf ihre Reise vorbereiten. Und unter Aufwendung einer für ihn schier übermenschlichen Willenskraft schafft er es tatsächlich, einen Fuß anzuheben und ihn ein paar Zoll weiter wieder auf dem nassen Boden abzusetzen. Darauf folgt sein anderer Fuß. Nach dem dritten oder vierten Schritt taucht Akira aber schon wieder auf und macht seine Anstrengungen zunichte. Er lässt ein wenig die Schultern hängen und kuschelt sich reflexartig in die Decke, die ihm übergeworfen wird. Der Elf krallt seine Rechte in den Stoff und spürt, wie ein wenig Wärme - und damit auch ein Teil seiner Energie - in ihn zurückkehrt; die Klammheit seiner Kleidung macht ihm jedoch mehr zu schaffen als die Kälte.
Ein weiteres, schweres Seufzen entweicht dem Elfen, aber da auch sein Gehirn langsam wieder in die Gänge kommt, kann er den Weg zurück ins Rathaus endlich fortsetzen. "Kommt, Akira... Wir müssen bald abreisen. Also wird es Zeit für ein wenig Reisebekleidung." Tatsächlich scheint die Decke ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Zwar langsamer und bemessener als üblich, aber Tarinax setzt seinen Weg in das warme Haus fort.

Allmählich zieht er sein Tempo an, während er die Treppen in die höhergelegenen Stockwerke erklimmt, und öffnet schließlich eine schwere Metalltür, obwohl das Vorhängeschloss noch dranhängt. Vielleicht ein Trick seiner Magie? Tarinax stößt die schwere Tür in den Raum hinein und winkt Akira einladend hinein. "Die Waffenkammer. Ihr dürftet hier sicherlich etwas finden, was Euch genehm ist."
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Jul 24, 2015 8:36 pm

Mit Erleichterung stellte Akira fest, dass Tarinax die Wärme sichtlich gut tat. Jedoch machten sie seine Worte neugierig, als er sie weiter hoch ins Rathaus führte. Die Freude wich jedoch jäh großer Verwunderung, als er sie so gedankenlos und freundlich aufforderte, sich in der Waffenkammer mehr als nur umzusehen. Sie musterte ihn erneut fragend, als suche sie Bestätigung, dass sie aus jedem der Stücke frei wählen durfte. Zwar hatte sie mit 'Reisebekleidung' zwar nicht unbedingt an eine Waffe gedacht, aber ihr aufgeregtes Glitzern in den Augen kam zurück. Sie hatte nun mal einen leichten Faible für den Kampf und vor allem für ausgefallene Waffen. So bestürmte sie die Kammer enthusiastisch, ohne tatsächlich eine Antwort von ihrem Schöpfer abzuwarten und sah sich mit überschwänglicher Begeisterung um. Sie konnte förmlich spüren, wie die Magie in die meisten Waffen eingearbeitet wurden. Sie strahlten alle eine gewisse Art von Charakter aus und die junge Dame musterte alle eingehend. Ein gewisses Schwert brachte sie kurz dazu ihre Nase zu rümpfen. Langsam fuhr sie mit zwei Fingern über ein aus Knochen gefertigtes Schwert. Sie konnte nur noch erahnen worum es sich handelte, wandte sich jedoch gleich angewidert von der Waffe ab, ohne seinen Hintergrund weiter ergründen zu wollen.
Das war auch gar nicht nötig, denn eine gewisse Waffe hatte nun ihre volle Aufmerksamkeit: Die Blitzlanze. So wie die Blitze über die goldene Stange tanzten hatte Akira das Gefühl, als rufe diese Waffe nach ihr. Sie wirkte gleichermaßen edel, wie auch wild. Sie mochte den Wind und die Unwetter am Himmel. Sie hatte keine Angst vor Gewittern und sah jeden Blitz am Himmel mit Freuden aufzucken. Sie würde diese Waffe erwählen. Sie war genauso energiegeladen und wild wie sie selbst es war. Und sie sympathisierte ohnehin am meisten mit Stangenwaffen.
Langsam ging sie auf die Halterung zu, griff erst zögerlich nach dem Stab, als wolle sie prüfen, dass die Blitze sie selbst nicht verletzen wollten. Dann umfasste sie die Waffe gänzlich, zog sie aus der Halterung heraus und schwang sie kurz in kleinem Bogen um ihr Gewicht zu testen. Dann sah sie zufrieden zu Tarinax hinüber.
"Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir diese Waffe überlassen würdet für die Reise, werter Tarinax."
Sie konnte es jedoch nicht lassen, ihm kurz einen prüfenden Blick zu schenken. Sie hatte ihre Sorge um den wasserscheuen Mann nur kurz ausgeblendet, jedoch nicht vergessen.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Fr Jul 24, 2015 9:50 pm

Tarinax schenkt Akira noch ein aufforderndes Nicken, als sie ihn so erstaunt ansieht. Natürlich ist sein Angebot ernst gemeint. Schließlich ist sein Grund für die plötzlichen Reisevorbereitungen - das Nebeltribunal - sehr real, und da die beiden unter anderem auch durch sehr gefährliche Gebiete ziehen müssen, ist eine vernünftige Bewaffnung Pflicht.
Während Akira sich nun interessiert in der Waffenkammer umsieht, deren Inhalt er aus den Weiten dieser Welt zusammengesammelt hat, hat der Elf Zeit, sich von dem furchtbaren Regen zu erholen. Da der Raum recht warm ist und voller Magie steckt, legt sich die Feuchtigkeit in seinen Kleidern und auch diese nebulöse Antriebslosigkeit verschwindet, die er empfunden hat. Also lässt er seinen Blick schweifen und betrachtet seine Sammlung selbst. Ein leichtes Lächeln entlockt ihm nach wie vor "Trollfaust", eine Axt, die tatsächlich irgendwie so aussieht, als wäre sie aus einem Troll gefertigt worden - was stimmt. Deshalb verleiht diese Waffe die Zähigkeit der Trolle.
Das Tarinax sich langsam besser fühlt, kann man auch daran erkennen, dass die ungesunde bläuliche Färbung seiner Haut verblasst und stellenweise schon ganz verschwunden ist. Hoffentlich kann Akira das auch sehen, als sie sich ihm wieder zuwendet und ihm ihre Wahl präsentiert - die aus purem Gold geschmiedete "Blitzlanze".
"Wenn Ihr Euch für diese Waffe entschieden habt, wäre es vermessen, Sie Euch zu verweigern. Ihr solltet allerdings lernen, mit ihm umzugehen." Er lächelt verschmitzt, korrigiert seinen offensichtlichen Sprachfehler allerdings nicht. "Ein Blitzelementar bewohnt diese Waffe. Deshalb verleiht Euch diese Lanze die Fähigkeit, den Donner herbeizurufen und, wenn Ihr etwas übt, die Gestalt des Elementars anzunehmen," erklärt er stattdessen, wendet sich aber selbst etwas schwerfällig ab, um den Raum zu durchqueren. Jetzt, da Akira bewaffnet ist, muss er sich selbst immerhin auch eine Waffe aussuchen.
"Und ich... Nehme dieses hier.", sagt er schließlich nach kurzer Überlegung und hebt ein Schwert mit weisser Klinge von seinem elfenbeinernen Sockel. Es ist zweischneidig und weist natürliche Verformungen auf, die verraten, dass es nicht aus Metall, sondern aus Knochen geschmiedet wurde. "Ich habe noch nicht die Gelegenheit gehabt, die Stärke dieser Waffe zu testen. Gefällt Euch mein Götterschwert, Willenskraft?"
Tarinax lässt die Klinge einmal durch die Luft peitschen, bevor er sie an seinem Gürtel befestigt. Er hat diese Waffe selbst geschmiedet, hatte allerdings noch nicht die Zeit, eine geeignete Scheide zu entwerfen. Deshalb muss das reichen. "Morgen werde ich Euch meinen Stall zeigen - vielleicht besitze ich auch ein Pferd, das Euren Vorstellungen entspricht. Und übermorgen werden wir abreisen. Falls Ihr also noch irgendetwas benötigt, solltet Ihr es so bald wie möglich erwähnen."
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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Sa Jul 25, 2015 10:47 am

Akira zog überrascht die Augenbrauen hoch, als Tarinax das Blitzelementar erwähnte. Deswegen also fühlte es sich tatsächlich so an, als hätte die Waffe ihn gerufen. Sie schloss kurz die Augen, konzentrierte sich auf den Manastrom in der Umgebung. Und tatsächlich, selbst wo sie ihr inneres Auge noch nicht so nutzen konnte wie in ihrer Heimat, so konnte sie das Elementar tatsächlich ausmachen. Sie war neugierig. Ließ es sich freiwillig dort einfangen, oder wurde es gezwungen? Gewiss war sie schon bald in der Lage diese Antwort von ihm persönlich beantwortet bekommen zu können. Also schulterte sie die Lanze vorerst und sah zu Tarinax, der sich genau für die einzige Waffe entschieden hatte, die sie argwöhnisch betrachtet hatte.
"Gibt es einen Grund warum dieses Schwert Willenskraft genannt wurde?" Vielleicht um das mächtige Wesen und seine Willenskraft nicht zu sterben zu ehren, nachdem es doch seinen letzten Atemzug machte? Unweigerlich rümpfte sie erneut kurz die Nase. Schüttelte dann jedoch jäh den Kopf um diesen Gedanken loszuwerden. Tarinax klang ihr nicht wie einer der Männer, die gerne Trophäen sammelten um sich damit auf eine Ebene zu stellen, wo sie nicht hingehörten. Natürlich könnte sie sich auch täuschen, aber sie wollte allem neutral gegenüber sein und lernen. Vorzeitiges Schubladendenken war also keinesfalls angebracht.
"Wessen Knochen wurden dafür verwendet?", fügte sie dann also ihrer ersten Frage an. Die Erklärung des Elfen, was die folgenden zwei Tage betraf stellte sie vorerst hinten an. Sie würde ohnehin nur Training benötigen. Sobald sie ihre Flügel wieder lenken könnte, würde sie ohnehin wunschlos glücklich sein.

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BeitragThema: Re: Imber Cinis   Sa Jul 25, 2015 11:34 am

Tarinax lächelt positiv überrascht, als Akira nach seinem eigenen Schwert fragt, und zieht es doch noch einmal hervor. Ihre Frage fasziniert ihn, denn er hat selbst noch nie so wirklich darüber nachgedacht. Im Moment, da er die Feuer der Schmiede gelöscht hatte, wusste er, wie diese Klinge heissen muss. Deshalb braucht er einen Moment, bis er der Frau eine passende Antwort geben kann.
"Hmmm... Ich bin der Gott des Willens. Und dieses Schwert habe ich nach meiner Apotheose geschmiedet, als Waffe, die meiner würdig ist. Sie unterstreicht meine natürlichen Fähigkeiten... Und davon ganz abgesehen wollte ich einfach ein selbst geschmiedetes Schwert besitzen.", sagt er nachdenklich und betrachtet die Klinge eingehend. Sie glänzt nicht, wie es von Schwertern üblich ist, sondern wirkt fast so, als wäre sie aus einem hellen Marmorblock geschlagen. Auch besitzt es keinerlei Ornamente, wie sie ein Schmied, der auf Prunk bedacht ist, fertigen würde.
Tarinax hebt sein Schwert auf Augenhöhe und besieht sich den Zustand der beiden Schneiden. Nach wie vor perfekt. Kein Wunder, es wurde nämlich noch nicht zum Singen gebracht. "Ich habe die Knochen eines gefallenen Gottes dafür verwendet, den ich getötet habe. Ich habe die Essenz dieses Gottes verwendet, um selbst aufzusteigen und göttlich zu werden. Und ich habe diese Waffe nicht in Öl abgeschreckt, sondern in meinem eigenen Blut, um sie zu prägen und selbst für einen Gott gefährlich zu machen. Und doch muss sie ihren wahren Wert erst unter Beweis stellen, denn einen Kampf habe ich mit ihr noch nicht ausgefochten." Er nickt, als er seine Inspektion abgeschlossen hat, und lässt seinen Waffenarm langsam sinken. Dabei rutscht auch Akiras Decke von seinen Schultern. Er ist nicht schnell genug, um sie aufzufangen, hebt sie aber selbst auf und überreicht sie ihrer Besitzerin. "Vielen Dank übrigens dafür. Mir geht es schon viel besser."
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